Folia archeologica 23.

László Barkóczi: Spätrömische Glasbecher mit aufgelegten Nuppen aus Pannonien

7° L. BARKÓCZI Neben dem südpannonischen Stück, 1 9 dessen Wand etwas geschweift ist, könnten wir auch den aus Zypern stammenden Becher des British Museum, der ebenfalls eine gruppenweise angeordnete, blaue Nuppenverzierung aufweist, an­führen. 2 0 Im Zusammenhang mit den konischen Bechern mit blauer Auflage können wir die aus Ägypten 2 1 bekannten Exemplare, die mit den pannonischen Stücken in indirekter Verbindung stehen, nich außer acht lassen. Sie berühren sich chronolo­gisch übertreffen auch die pannonischen Becher. c) Zu diesem Typ gehören zwei gleiche Becher, mit einem sich blütenkelch­förmig erweiternden Oberteil und in einer Reihe umlaufender Nuppenverzierung. Beide Becher sind weißlichgrün und dickwandig. Das eine Stück stammt aus Intercisa (Kat. 17., Abb. 4:4) und gelangte über Handelswege in das Berliner Museum. Das andere kam in Donau-Theiß-Zwi­schenstromland aus einem awarischen Grab zum Vorschein 2 2 (Abb. 4:3). Dies letztere wurde wahrscheinlich von den Awaren (gewiß in Pannonién) gefunden und bei der Bestattung - so wie es dafür auch mehrere Beispiele gibt - von neuem benutzt. Für eine gleiche Form kann ein aus Intercisa stammender, 2 3 unverzierter Becher mit einem ringsumlaufenden, tief eingeschliffenen Band angesehen wer­den. Ein ähnliches, ebenfalls unverziertes Stück ist noch in dem einem spätzeitigen Gräberfeldabschnitt in Poetovio 2 4 zu beobachten. Ein mit dem erörterten Typ gleiches Exemplar ist aus Syrien 2 5 bekannt, ein weiteres identisches Stück befindet sich im Museum zu Kairo, es stammt wahrscheinlich aus Ägypten. 2 6 In Italien und im Westen ist dieser Typ unbekannt. Die zu dieser Gruppe gehörenden drei Typenvarianten bilden im wesentli­chen eine Einheit und weisen auf gleichgerichtete Beziehungen hin. Gleichzeitig lassen einige kleinere Fragmente daraufschließen, daß in dieser Periode auch noch mit anderen Typenvariationen zu rechnen ist. Bezüglich der Beziehungen der letzteren ist es jedoch nich gewiß, daß diese mit denen der erörterten Typen gleich sind. Diese bisher bekannten Fragmente sind ziemlich klein, ihre Zahl ist gering, mit Sicherheit läßt sich heute über sie noch nichts festlegen. Möglicherweise kann bei diesen Stücken auch mit einer rheinländischen Einwirkung gerechnet werden. Solche Fragmente sind uns vorläufig aus Carnuntum 2 7 (Abb. 8:4), Gorsium 2 8 so­wie das Fragment einer kleinen Schüssel aus Ljubljana 2 9 bekannt. 1 9 Fo. : Kaptol (Slavonska Pozega). c. Zagreb. Auf das Stück hat meine Aufmerksamkeit Valerija Damerski gelenkt. Für ihre Freundlichkeit danke ich auch an dieser Stelle. 2 0 British Museum. Inv.-Nr. : 71.10-43. 2 1 Harden, D. В., Roman glas from Karanis. (Michigan 1936) Taf. V. 2 2 Seoba Naroda. Arheoloski nalazi jugoslovenskog Podunajeva. (Zemun 1962) 46. Mali Edos (Kishegyes) Grab 74a. 2 3 Intercisa II. AH 36. (Bp. 1957) 153. Kat. 115. 2 4 Mikl-Curk, /., Poznoanticno grobisce na Zgornjem Bregu v Ptuju. CZN n.v. 2(1966) Taf. II : г . 2 5 Fremersdorf, Taf. 108. 2 6 Trois millénaires ... 87. 180. 2 7 Vgl. Anm. 9. 28 ihre Bearbeitung ist im Gange. 2 9 Das Stück ist nur von einer Photographie bekannt, die mir Sonja Petru so freundlich war zuzusenden.

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