Folia archeologica 23.
László Barkóczi: Spätrömische Glasbecher mit aufgelegten Nuppen aus Pannonien
SPÄTRÖMISCHE GLASBECHER MIT AUFGELEGTEN NUPPEN AUS PANNONIÉN László В а г к ó с z i Die aus den 20er Jahren des 4. Jahrhunderts zum Vorschein kommenden pannonischen Gläser, die fast fünf Jahrzehnten hindurch die mannigfaltigsten Formen zeigen, sind größtenteils Produkte der örtlichen Glaserwerkstätten, ihr kleinerer Teil kam hingegen durch den Handel in die Provinz. In dieser Periode ist die erste Gruppe der mit blauen Nuppen verzierten Glasbecher mit mehreren Typenvarianten vertreten. Diese sind repräsentative Stücke dieser reichen Periode, zugleich charakterisieren sie aber auch die verschiedenen Beziehungen der spätpannonischen Glasindustrie. In den letzten Jahren, genauer gesagt in den zwei letzten Jahrzehnten des 4. Jahrhunderts ging in der Glasindustrie eine große Umwandlung vor sich. Das Glasmaterial hat sich zum görßten Teil geändert, die Formen wurden einfacher, die reichen Typenvarianten verschwanden. Diese Periode reichte bis in die zwanziger, dreißiger und vielleicht auch noch in die vierziger Jahre des 5. Jahrhunderts. 1 Charakteristisch für diese späte Periode ist der ebenfalls mit blauen Nuppen verzierte, eigentlich derselben Art angehörende Bechertyp, der zwar mit dem vorangehenden verwandt ist, jedoch zum Großteil aus anderem Material bzw. anderer Färbung erzeugt wurde und mit anderen Begleitfunden gemeinsam zum Vorschein gekommen ist. Der Herkunft nach gehört kein einziger Becher dieser Gruppe zu den sich in Pannonién ausgestalteten Typen. Ihre Beziehungen und Parallelen führen uns über die Donaugegend hinaus, doch wurde ein Teil sowohl der ersten als auch der zweiten Gruppe in Pannonién hergestellt. Außer diesem zwei gut abgrenzbaren Gruppen erscheint mit aus Streufunden zum Vorschein gekommenen Stücken eine dritte Gruppe. Die Stücke dieser Gruppe dürften als Handels- oder mitgebrachte Ware aus einer anderen Richtung als die beiden vorherigen in die Provinz gelangt sein, ihre weitere Erzeugung in Pannonién war nicht zu beobachten. Gruppe I Das Charakteristikum der zu diesem Kreis gehörenden Becher ist das dicke, weißlichgrüne oder grüne Glas, mit mehreren Typenvarianten. Ihre Verzierung besteht aus einem Band oder aus mehreren, ringsumlaufenden, geschliffenen Bändern, aus der umlaufenden Nuppenreihe und den 2 x 1 einzelstehenden größe1 Salamon, Á-Barkóc^K L., Bestattungen von Csákvár aus dem Ende des 4. und dem Anfang des 5. Jahrhunderts. Alba Regia 1971. 71-75.