Folia archeologica 23.

Endre Tóth: Figürlich verzierte Loculus-Platte aus Savaria

LOCULUS-PLATTE 63 und Grabdenkmäler, deren Stücke in großer Zahl in Rom, 1 0 Aquileia 1 1 und im Rheinland 1 2 zum Vorschein gekommen sind. Auf diese Grabplatten wurden im allgemeinen die Gestalt des Toten in Orantenhaltung oder irgendwelche sym­bolisch-figürliche Szene bzw. ein derartiges Symbol gemeißelt. Auch aufgrund des erhalten gebliebenen kleinen Fragments der Grabplatte von Savaria kann die Dar­stellung fast mit völliger Sicherheit bestimmt werden : der Hersteller der Grab­platte hat die Form des Schafträgers ausgemeißelt. Aufgrund der Fußhaltung, der auf dem Fragment sich umzeichnenden Tracht bzw. der ähnlichen Grabplatten­darstellungen muß darauf geschlossen werden. Bei den Schafträgerdarstellungen kann oft beobachtet werden, daß man die Menschengestalt seitwärts austretend dargestellt hat. Dies ist auch auf dem Fragment von Savaria zu sehen. Die Tracht der Gestalt: kurze Tunika, die bis zum unteren Drittel des Oberschenkels reicht, der bis zur Mitte des Unterschenkels reichende Mantel, die Wickelbinde und der Riemenschuh sind in völlig ähnlicher Form und gemeinsam an den schaftra­genden Gestalten anzutreffen. 1 3 Wegen der Fragmentiertheit kann die Art des Unterkleides nicht genau festgestellt werden: es kann sowohl eine exomis, ein colobium oder eine tunica manicata sein. Der Mantel ist eine endromis, die auf die Unterschenkel gewickelten Binden sind die fasciae crurales. Das Pedum, die Syrinx und die Mulctra konnten wegen der Fragmentiertheit nicht beobachtet werden, diese sind auch ansonsten keine ständigen Attribute der Schafträger­darstellung. Die drei übrigen beobachtbaren Kleindungsstücke kommen jedoch auf Grabplatten gemeinsam in solcher Zusammenstellung nur im Falle des Schafträgers vor. Die auf den Grabplatten von Aquileia in großer Zahl vorkom­menden Männergestalten als Oranten oder in anderer Körperhaltung tragen eine bis zu den Knöcheln reichende, langärmelige, oft mit zwei Längsstreifen verzierte Tunika, 1 4 oder einen über dem Unterkleid getragenen, auf der rechten Schulter mit einer Fibel zusammengehaltenen chlamysartigen Mantel. 1 5 Diese Chlamys bedeckt jedoch - unabhängig von der Handhaltung der Gestalt - den Körper vorne oder zumindest die linke Hälfte dieses bis zu den Knöcheln. Auf dem Fragment von Savaria hingegen bedeckt der Mantel den Körper vorne nicht, fällt, wie bei der Tracht der Schafträger, hinten von den Schultern herab. Der Mantel ist zwar kein obligatorischer Bestandteil der Schafträger, doch ist einer vorhanden, so bedeckt er den Körper nie vorne, kann ihn auch nicht bedecken, da ja die dar­gestellte Person das Schaf mit den Armen auf der Schulter trägt und auf diese Weise die nach oben gehaltenen Arme den Mantel vorne nicht herabfallen lassen. 1 0 z.B. Ferrua, A., Lavori nella catacomba di Domitilla. RACr 33(1957) 52., Fig. 8 .\Voelkl L., Archäologische Funde und Forschungen. RQ 54(1959) 81-113.; Dölger, F. /., Ichthys. 5(1943) 329 ff. ; Klauser, Th., Studien zur Entstehungsgeschichte der christlichen Kunst VIII. JbAC 8-9(1965-66) 141.; Quasten, J., Die Grabinschrift des Beratius Nikatoras. RM 53(1938) 51.; ferner Leclercq, H., Pasteur (bon). DACL XIII: 2. (Paris 1938) Figs.9941, 9943, 9944, 9946. 1 1 Wilpert, /., Die altchristlichen Inschriften Aquileia's. Ephemeris Salonitana. (Jaderae 1894) 37 ff­1 2 Vgl. Gose, E., Katalog der frühchristlichen Inschriften in Trier. (Berlin 1958); Kraus, F. X., Die christlichen Inschriften der Rheinlande. I. (Freiburg i.B. 1890) 1 3 Leclercq, H., a.a.O. 2299-2303 sp. i" Wilpert,]., a.a.O. Nr. 5, 6. 1 5 Ebd., Nr. 10, 11,13,15 usw.

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