Folia archeologica 23.

Ilona L. Kovrig: Hunnischer Kessel aus der Umgebung von Várpalota - Anhang 1. Károly Zimmer – Márta Járó: Spektrographische Untersuchungen von hunnischen Kesseln

124 К. ZIMMER - M. JÁRÓ I. Untersuchung von verschiedenen Teilen der Funde 1. Die Wand und der kleine Fußstumpf des Kessels von Törtei sinà mit vollständiger Sicher­heit von gleicher Herkunft; sie wurden zu derselben Zeit und in derselben Werkstatt verfer­tigt; hinsichtlich des Kesselgriffes wurde die Identität der Werkstatt nicht festgestellt, aber es ist wahrscheinlich. Fast alle Begleitelemente sind nämlich in größeren Konzentrationen im Griffbügel zugegen, aber dies kann auch von gußtechnologischen oder anderen Gründen stam­men. 2. Die verschiedenen Teile des Fundes von 1 Várpalota können von derselben Zeit stammen, die Herstellung in einer und derselben Werkstatt ist aufgrund der Zusammensetzung wahr­scheinlich, aber könnte nicht mit genügender Sicherheit bewiesen worden, da wahrscheinlich wegen der primitiven Technologie - im Griffbügel im Vergleich zum Fuß und weiters in der Kesselwand im Vergleich zum Griffbügel - eine ziemlich allgemeine Legierungsanreicherung stattfand. 3. Dieselbe Anreicherung kann zwischen der Kesselwand und Griffbügel des Fundes von Kapos-völgy beobachtet werden. 4. Nur ein einziger Teil des Fundes von Dunaújváros-Intercisa blieb erhalten. 5. Die zwei untersuchten Teile des Fundes von Szőny, die obere Kante der Kesselwand und der Fuß, wurden - aufgrund ihrer Zusammensetzung - ganz bestimmt in derselben Werk­statt, zur selben Zeit verfertigt. II. Vergleich der verschiedenen Funde Bei Vergleich der verschiedenen untersuchten Funde ist die gleiche Zusammensetzung der Griffbügel und ebenso auch der Kesselwände der Funde von Várpalota und Kapos-völgy so auffallend (unter den 13 untersuchten Elementen konnte nur im Zinkinhalt eine wesentlichere Abweichung beobachtet werden), sodaß wir aufgrund dessen mit Sicherheit voraussetzen kön­nen, daß beide Funde in derselben Werkstatt hergestellt wurden. Eine große Ähnlichkeit kann zwischen der Zusammensetzung der Fußteile der Funde von Törtei und Várpalota beobachtet werden (Abweichungen gibt es nur im Falle von Pb, Sb und Sn). Wenn wir die große Ähnlichkeit des Zahlenwertes des Verunreinigungsgrades 3 in Betracht nehmen, können diese Kessel derselben Herkunft betrachtet werden. Die Zusammensetzung des Fundes von Intercisa weicht von der durchschnittlichen Zusam­mensetzung der vorher erwähnten drei Funden etwas ab. Er enthält mehr As, Cd und Co, von diesen Elementen ist jedoch nur das Arsen ein charakteristischer Legierungsbestandteil des Kupfers. Es muß jedoch in Betracht genommen werden, daß wir uns hier nur auf die Unter­suchungsergebnisse der Zusammensetzung von einem Wandstück stützen konnten und demzu­folge konnte die durchschnittliche Zusammensetzung des Kessels nicht bestimmt werden. Das Verunreinigungsgrad des Fundes von Szőny ist das höchste, im Vergleich zu der durch­schnittlichen Zusammensetzung der anderen vier Funde enthält er mehr Ag, Cr und Mn und wesentlich mehr As und Cd, weniger Co und viel weniger Sn. Unter den charakteristischen Kup­ferlegierungsbestandteilen kann man also bezüglich drei Elementen (Ag, As, Sn) eine auffallende Abweichung bestätigen. Von den separaten Mittelwerten der Konzentrationen für die 13 unter­suchten Elemente in den j Funden weicht die Zusammensetzung des Fundes von Szőny bei 9 Elementen in größtem Maße ab. Aufgrund dessen ist der Fund von Szőny, hinsichtlich seines Materials, von den übrigen abweichend. Durch Vergleich mit Kupferstandardproben bestimmten wir die durchschnittlichen Kon­zentrations-Größenordnungen der Funde, die in der folgenden Tabelle 2 ersichtlich sind. Es soll bemerkt werden, daß die Konzentrationswerte des Cd und Co deshalb nicht angegeben sind, da die zur Verfügung stehenden Kupferlegierung-Standarde diese Elemente nicht enthielten. 3 Vgl. Anm. I.

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