Folia archeologica 21.

Sándor Soproni: Römische Meilensteine aus Százhalombatta

RÖMISCHE MEILENSTEINE AUS SZÁZHALOMBATTA Im Jahre 1967 wurde das Ungarische Nationalmuseum aus Százhalombatta darüber in Kenntnis gesetzt, daß in dem südlich vom römischen Lager (Matrica) gelegenen Gebiete, in einem Wasserriß der Lößwand am Donauufer das Wasser einen römischen Meilenstein ausgespült hat. Einem Monate nachher wurde das Museum aus demselben Bereich über das neuere Vorkommen weiterer Meilen­steine berichtet. Auf Grund der neueren Anmeldung reinigten wir den Wasserriß um die Meilensteine und es gelang uns weitere Meilensteinfragmente zu finden. Alle Steine dürften sekundär auf den Fundort gelangt sein; sie waren im allge­meinen in zwei oder drei Stücke zerbrochen. In dem 4-5 m tiefen, schmalen Was­serriß mit seiner sich abbröckelnden Uferseite war die vollkommene Durchfor­schung der Gegend nicht möglich, so kann an dieser Stelle noch vermutlich mit dem Vorkommen weiterer Meilensteine gerechnet werden. Der Fundort liegt vom Lager von Százhalombatta (Matrica) 2100 m südlich entfernt (Abb. i). 1 Auf Grund der Beobachtungen der in der Umgebung durch­geführten Geländebegehung dürfte die aus dem Lager nach Süden führende Limesstraße ein Stück dem Donauufer entlang verlaufen sein, sodann unmittel­bar vor dem Fundort der Meilensteine den sich verschmälernden Abschnitt des Wasserufers verlassend auf das Plateau der Lößwand geführt und gerade in der Nähe des Fundortes die der Donau entlang sich dahinziehende Anhöhe erreicht haben. Vom Fundort in SSO-Richtung kann auf den Ackern die Beschotterung der Straße und die ausgepflügten Steine auf einem längeren Abschnitt beobachtet werden. Der Straße entlang, vom Fundorte etwa in 200 m-Entfernung sind auf der östlichen Seite der Straße an der Oberfläche die Reste eines kleineren römi­schen Gebäudes - vermutlich eines Wachtturmes 2 - wahrzunehmen. Die Meilensteine kamen in dem schmalen Wasserriß über mehrere Meter am Grabenboden zum Vorschein (Abb. 2). Eine Ausnahme bildet der palimp­sest-Meilenstein des Kaisers Maximinus, der zuerst ans Tageslicht gekommen und am östlichen Ende des Wassergrabens in der Bruchhalde in zwei Stücke zerbrochen gelegen ist (Abb. 3). Der obere Teil lag 240 cm, der untere Teil des Fragments 420 cm unter der heutigen Oberfläche. Aus dem Wasser­1 Die Besichtigung an Ort und Stelle wurde von É. B. Bonis und S. Soproni vorgenommen. Ihr Vorbericht: Arch. Ért. 95 (1968) 132. In Bezug auf Matrica: Tabula Imperii Romani. L. 34. (Bp. 1968) y8f.; Bezüglich des aus dem Lager führenden Weges: B. Thomas E., Arch. Ért. 91 (1964) 257.; Aus dem Limesweg, der aus dem Lager nach Süden führt, zweigt sich unmittel­bar nach dem Lagertor ein anderer Weg ab, der gegen SO in Richtung von Tác geführt hat (freundliche Mitteilung von E. B. Thomas). 2 Ähnliche Wachttürme entlang der Straße wurden von J. Fi/z a n der südlich von Inter­cisa liegenden Strecke beobachtet [Arch. Ért. 82 (1955) ôçf].

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