Folia archeologica 21.
Sándor Soproni: Römische Meilensteine aus Százhalombatta
IOO S. SOPRONI Steine kamen am Römerweg in situ, auf dem Grundstück der Winzerschule zu Buda zum Vorschein. 0 2 Leider sind die Grundbücher von Budafok in den Kriegsjahren zugrunde gegangen, jedoch kann die Stelle des von Abafi erwähnten Bierhauses von Budafok an der Ecke der heutigen Sörház-Gasse und NagytétényiStraße identifiziert werden. Die Steine kamen „nahe des Bierhauses, südlich davon in io-i 5 Minuten Entfernung" ans Tageslicht, dies würde ungefähr der zwischen der Promontor-Gasse und Háros-Gasse gelegenen Strecke entsprechen. Von dem vorausgesetzten südlichen Tor des Aquincumer Lagers bis zur Ecke der Promontor-Gasse und der Nagytétényi-Strafie entspricht die Entfernung genau ю römischen Meilen (+ 200 m). Einen ebenfalls guten Anhaltspunkt bietet der die 14. Meile anzeigende Stein, 0 3 der unterhalb von Tétény zum Vorschein gekommen ist. Die 14. römische Meile fällt auf die Gegend der Schweinemästerei, also auf die Strecke zwischen der Straße Nr. 836 des XXII. Bezirkes und der Verwaltungsgrenze der Hauptstadt Budapest. 0 4 Auf Grund der beiden, gut identifizierbaren Meilenangaben dürften unsere Meilensteine, die von Aquincum gerechnet 34,1 Km entfernt gefunden wurden, den Weg fast genau in einer Entfernung von 23 Meilen angezeigt haben. Auf Grund der Fundstelle unserer Meilensteine und ihrer Numerierung lag das Lager von Százhalombatta nicht ganze 22 MP (32 Km = 21,6 MP) weit von Aquincum, und so müssen wir die diesbezügliche Angabe des Itinerarium Antonini auf XXII MP berichtigen. Auf Grund unserer Berechnung sind von den Meilensteinen von Százhalombatta die XXIII MP bezeichnenden Steine in situ, in der unmittelbaren Nähe der originellen Errichtungsstelle ans Tageslicht gekommen, während die XXII MP anzeigenden Steine südlich vom Lager einige Hundert Meter weit gestanden haben dürften und als „ungültige" Steine an ihren Auffindungsort transportiert worden sind. * Nach Abschluß des Manuskriptes wurde im Mai 1969 ebenfalls von diesem Fundort ein weiterer Meilenstein zutage gefördert. Der völlig intakte Stein wurde unter der Herrschaft des Elagabal im Jahre 218 errichtet, seine Meilenangabe ist: AB AQ MP XXIII. SÁNDOR SOPRONI V Ab a fi JL., Arch. Ért. 6 (1886) 347.; Fröhlich E., Arch. Ért. 7 (1887) 252. 6 3 CIL III 3719. Bezüglich der Meilennumerierung: Ku^sins^ky B.,MKÉ 2 (1908) 8j. 6 4 Die Identifizierung des Fundortes des in Érd zum Vorschein gekommenen Meilensteines ist unsicher.