Folia archeologica 20.

László Barkóczi: Merkurflaschen mit Bodenstempel im Ungarischen Nationalmuseum

5° L. BARKÔCZI sehen treffen wir mit den verschiedensten Stempeln an. Für verhältnismäßig häufig können die in den vier Ecken untergebrachten Buchstaben, wie bei unserer Flasche Nr. i die Buchstaben GFHI angesehen werden, jedoch kommen auch die Bezeichnungen FI RM, CMHR, die Inschrift EUHODIA mit der Gestalt Fortunas, das Hakenkreuz und auch noch andere sonstige Meisterzeichen 1 1 vor Die Bodenstempel der von uns veröffentlichten Flaschen Nr. 2 und 3 berei­chern diese Reihe mit neuen Meisterzeichen, von welchen besonders Nr. 2 als interessant angesehen werden kann. Das Zahlenverhältnis der Flascheii und der Zusammenhang ihrer Stempel zeigt, daß unsere Stücke aus irgendeiner westlichen Fabrik stammen. Ihre Verbrei­tung und die einzelnen Typen in Betracht gezogen, erfolgte ihre Fabrikation wahr­scheinlich an mehreren Orten. Ihre Nachahmung war in weitem Kreise verbreitet, jedoch zählen sie in Pannonién auch auf diese Weise nicht zu den häufig vorkommenden Formen. 12 Es gibt Typen, die - wenn auch aus dünnerem Glas und in kleinerem Meße ge­fertigt - dennoch die ursprüngliche Form zu behalten versucht haben und es können vielleicht, die in den vier Ecken des Bodens vorfindbaren Punkte als Meisterzeichen betrachtet werden. Ein solches Exemplar kam gerade in Brigetio 13 zum Vorschein, von wo auch die Flasche Nr. 1 stammt. Bei den meisten panno­nischen Stücken unterblieb jedoch der breite, auslandende Mündungsrand, die Gläser sind schwach ausgeführt, sie sind deformierte, schlecht erzeugte Stücke ohne jedes Meisterzeichen. 1 4 Diese müssen in Pannonién unter die östlichen Pro­dukte gereiht werden. Da die Fundzusammenhänge der beschriebenen Stücke nicht bekannt sind, sind wir betreffs ihres Erscheinens in Pannonién auf ausländische Parallelen ange­wiesen. Das Stück Nr. 1 datiert Vanderhoeven auf das 3. Jahrhundert und den Beginn des 4. Jahrhunderts. 1 5 Bei Isings sind die beschriebenen Stücke mit dem 2. und 3. Jahrhundert datiert. 1 6 Dieselbe Datierung ist auch für unser Stück Nr. 3 gültig. Mehrere pannonische Nachahmungen kommen in Grabkomplexen der zweiten Flälfte des 2. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts vor. 17 Die beiden schlecht ausgeführten Flaschen von Intercisa können wir nicht auf das 4. Jahrhundert datieren. 1 8 Einerseits deshalb nicht, weil bei diesen beiden Stücken die Fundzusammenhänge fehlen, andrerseits weil in den Fundkomplexen des 4. Jahrhunderts Flaschen von diesem Typ nicht vorkommen und sie auch aus der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts vermißt werden. Zwecks Zeitbestimmung scheint es sehr wahrscheinlich zu sein, wenn wir das Vorkommen der Merkur­flaschen von guter Qualität mit jenem Zeitpunkt in Verbindung bringen, als auch die nachgeahmten Stücke erscheinen und dies fällt auf die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts und die erste Hälfte des 3. Jahrhunderts. So würde die Erzeugung­1 1 Isings, С., а. а О.; Vanderhoeven, M., De romeinse . . . N0 135-141. 1 2 Barkóczi L., FA 18(1966-67) 72.; Ders., FA 19(1968)65. 1 3 Ders., FA 19(1968)65. 1 4 Vgl. hierzu Radnóti A., Glasgefäße und Glasgegenstände. Intercisa II. AH 36. (Bp. 1957) 147., Nr. 26, 29. 1 5 Vgl. Anm. 2. 1 6 Isings, С., а. а. O. 1 7 Barkóczi L-, FA 19(1968) 80. 1 8 Radnóti А., я. а. О.

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