Folia archeologica 20.

László Barkóczi: Merkurflaschen mit Bodenstempel im Ungarischen Nationalmuseum

MERKURFLASCHEN MIT BODENSTEMPEL IM UNGARISCHEN NATIONALMUSEUM Bei der Aufarbeitung der pannonischen Glasfunde verdienen die Merkur­flaschen, teils zufolge ihrer Bodenstempel, teils ihres geringzahligen Vorkommens eine besondere Aufmerksamkeit. Es sind zwei ihrer Arten bekkant. Die eine Art bildet der Typ mit charakteristisch dicker Wand und breitem, ausladendem Rand, zur anderen gehören die dünnwandigen, mit rundem Rand hergestellten Stücke, die zu den Nachahmungen zählen. Während die ersteren auf Grund ihrer Typen und Stempel als Importwaren gelten, wurde die andere - schwächer ausgeführte - Art, unter welcher sich viele Fehlstücke befinden, auch örtlich hergestellt. Im folgenden möchten wir über drei, in der römerzeitlichen Sammlung des Ungarischen Nationalmuseums befindlichen Merkurflaschen berichten, die noch nicht veröffentlicht bzw. lediglich in der Bearbeitung von A. Benkő kurz und nur teilweise beschrieben wurden. 1 1. Fundort: Brigetio. Inv.-Nr. : 2. 1950. 137. Das Fundobjekt kam aus der Fleissig-Sammlung in das Ungarische Nationalmuseum. Dickwandig, langhalsig, mit breitem, ausladendem Mündungsrand. Am Boden, in den vier Ecken die Buchstaben GFHI, in der Mitte ein stehender Merkur in dem ungleichmäßig gekerbten Feld. H: 26,2 cm, Mündungsdurchm. : 5 cm, Bodendurchm. : 4,2X4,2 cm (Abb. 3 /1; Abb. 1/1). 2. Fundort: Pannonién. Inv.-Nr.: 54.2.28. Dickwandig, Schulter und Hals geschweift, mit breitem, ausladendem Mündungsrand. Am Boden ein Trisceles, in der Mitte dessen sich ein bartiger Männerkopf befindet. Hellgrün. H: 22,8 cm, Bodendurchm.: 6,5 X 5,4 cm (Abb. 3/3; Abb. 2 /1). 3. Fundort: Pannonién. Inv.-Nr.: 54.2.28. Dickwandig, langhalsig, mit brei­tem, ausladendem Mündungsrand. Der Bondenstempel mit Gußfehler paßt in ein über konkave Seiten verfügendes Viereck hinein. Grün. H: 11 ,7 cm, Mün­dungsdurchm.: 3,4 cm, Bondendurchm. : 2,6x2,5 cm (Abb. 3/2; Abb. 2/2). Im Zusammenhang mit der Auswertung der Gläser wünschen wir hier nicht das komplette heimische und in den westlichen Provinzen vorfindbare Material aufzuzählen, sondern bloß jene Zusammenhänge und Beziehungen zu erhellen, die den Ort und die Zeit der Herstellung der drei publizierten Flaschen bestim­men. Die Flasche Nr. 1 ist - unseren gegenwärtigen Kenntnissen nach - allein­stehend. Auf Grund der bisherigen Mitteilungen zeigt unser Stück mit einer aus 1 Benkő A., Üvegcorpus. (Glaskorpus) RF II : 1 r. (Bp. 1962) 891. 211, 2, 3, 7.

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