Folia archeologica 20.

Edith B. Thomas: Römischer Legionarsdolch von Dunaföldvár

4* E. В. THOMAS bezeichnet eine inkrustierte Inschrift die leg. XXII. Vom Gesichtspunkt der Datierung gibt zwar die lange Zeit der Stationierung dieses Heereskörpers in Mainz (43-350) weite Grenzen, jedoch weisen Form und Verzierungsart auf die Mitte des 1. Jahrhunderts hin. 3 4 ]. Webster veröffentlicht ferner eine aus England, aus Waddon Hill stam­mende tauschierte Dolchscheide, die ein ziemlich grob ausgearbeitetes Muster trägt, jedoch kommen die Fadentauschierung und Plattierung darin gemeinsam vor; 3 5 auch diese gehört zum Übergangstyp, jedoch bewahrt sie noch die breite Form der von Dunaföldvár. Den Übergang zu den schmäleren Dolchen von Vindonissa-Typ bildet ein vom tatsächlichen Fundort Vindonissa stammender Dolch, 3 6 auf welchem das Muster aus Faden- und Plattentauschierung gefertigt wurde, in dem Mittelfeld befindet sich eine ädikulaartige Ausbildung, jedoch ist die Form graziler und läng­licher. Seine Länge beträgt 22,8 cm. Die auf die zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts datierbaren Dolche und Scheiden von Vindonissa-Typ charakterisieren die längliche Form, die monochrome Sil­bertauschierung, das Gitterrutenmuster und die geometrischen Muster. Die Motivverteilung auf diesen ist eine ganz andere, als auf den Exemplaren des Typs von Dunaföldvár. Im weiteren erörtern wir die Dolche von Vindonissa nicht, da uns für diese die angeführte ausgezeichnete Studie von Ulbert zur Ver­fügung steht. Wir wünschten insofern unseren Dolch vom Dunaföldvárer Typ, auch die aus dem Fluß Kulpa geborgenen Siscienser Dolche mitinbegriffen in die Reihe der bisher beschriebenen und datierten Dolche anderen Typs einzubetten. Das oben gesagte zusammenfassend, werden die augusteisch-tiberischen Dol­che, 3 7 von denen sogar die spätzeitigen Exemplare der Regierungszeit des Claudius vorangehen, vermutlich noch im zweiten Drittel des 1. Jahrhunderts von unseren dem Dunaföldvárer Typ angehörenden Dolchen mit Edelmetalltauschierung und farbiger (rotgrüner) Emaileinlage gefolgt. Zum Großteil kommen jedoch diese Formen um die Zeit des Claudius und Nero vor, um einem sog. Übergangstyp folgend in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts den sog. Vindonissa-Typ zur Dominanz zu führen. Nehmen wir die Datierung der von Gonzenbach und Ulbert erörterten Dolch­typen, sowie die datierten analogen Exemplare des Dolches von Dunaföldvár in Betracht - so setzen wir die Herstellungszeit unseres Dolches auf den Zeitraum zwischen Tiberius und Claudius. Betrachten wir den Fundort der Parallelstücke des von uns vorgeführten Dolches, so kann festgestellt werden, daß etwa 7 5% der mit polychromen Schei­den versehenen Dolche aus Flüssen geborgen worden sind. So in Mainz und Köln aus dem Rhein, bei Dunaföldvár aus der Donau und bei Sisek aus der Kulpa. 38 Die übrigen 25 °/ 0 stammen aus Lagern und Festungen. 3 1 Drack, W., а. а. O. 114. 3 5 Webster, G., The Roman Military Advance Under Ostorius Scapula. Arch. Journal 115(1958) Plate XII. 3 6 Ulbert, G., Vindonissa ... 9., Abb. 4., Inv.-Nr. 21.1. 3 7 Vgl. Соп^епЬасЬ, Vа. а. O. 3 8 Wir reihten auch jene Dolchklingen und Griffe hierher, die zweifelsohne unseren Typen angehören, jedoch ohne ihre Scheiden zum Vorschein gekommen sind: Sisek, Flußbett der Kulpa eine Dolchklinge mit Griff und ein Dolchgriff. {Hof filer, V., а. а. О. 115., Abb. 46. und

Next

/
Oldalképek
Tartalom