Folia archeologica 18.

László Barkóczi: Die datierten Glasfunde aus dem II. Jahrhundert von Brigetio

78 l. barkóczi Teil der Provinz Pannonién verbreitet. 5 4 Die Spuren ihres Vorkommens am Rhein lassen sich aus den Publikationen nicht verfolgen. Die Herkunft dieser Flaschen steht vielmehr mit Norditalien und Noricum in Verbindung. Sie sind bläulichgrün. Eine andere Gruppe der Farbenhälterflaschen, ein seltener Typ mit einem ganz platten Körper kommt in Brigetio kaum vor (Kat. Nr. 25., Abb. 31/3). Ein solches Stück hat man mit der Münze des Hadrian und einem kleinen grauen, zweihenkligen, mit Barbotinemuster verzierten Gefäß zusammen gefun­den. Die Farbe des Glases ist grünlichweiß und bläulichgrün, man kann solche Gläser in Győr 5 5 und im westlichen Teil der Provinz antreffen. 5 6 Aus der kleinen gedrückt-kegelförmigen Flasche kamen aus einem Grab in Gräberfeldabschnitt des 2. Jahrhunderts sieben Stück samt einem kegelför­migen Glas zum Vorschein (Kat. Nr. 26., Abb. 31/2). Die Flaschen sind von grüner und bläulichgrüner Farbe und haben gleichfalls als Farbenhälter gedient. Von den Salbentiegeln, welche aus gut bestimmten Fundkomplexen stam­men, sind uns zwei Typen bekannt. Der eine hat eine Tulpenkelchform und kam mit Funden aus dem 2. Jahrhundert, sowie mit einer tropfförmigen Phiole zusammen zum Vorschein (Kat. Nr. 28., Abb. 31/5). Wir kennen drei Varianten dieses Typs aus Brigetio, zwei sind Paralellen zu den Kölner Stücken. 5 7 Sie sind von bläulichgrüner, grünlichweißer Farbe. Die dritte Variante stellen die kugeligen Tiegel (Kat. Nr. 27., Abb. 31/4) aus weißem und grünem Glas dar, die einen Begleitfund aus dem 2. Jahrhundert mit sich führen. Die Parallelen der Form und ihre verschiedenen Varianten sind in Köln vorzufinden, doch kommen solche auch in Aquincum zum Vorschein. 5 8 Ein aus sicheren Fundkomplexen stammendes Saugfläschchen wurde mit einem deformierten, platten, trichterförmigen Glas (Kat. Nr. 29., Abb. 30/2) und einer Volutenlampe zutage gefördert. Aus diesem Typ, der eine frühe Form zeigt, sind einige Stücke noch unter den Streufunden von Brigetio bekannt. Ihr Vorkommen im 2. Jahrhundert ist selten. Der Typ lebt in einer entwickel­teren Form im 3. Jahrhundert weiter. Ihre Farbe ist bläulichgrün. Werkstättenfunde oder andere Reste des 2. Jahrhunderts aus Brigetio weisen auf keine lokale Glasfabrikation hin 5 9 und wir können aus den gefun­denen Stücken keine solche Typen auswählen, die als lokale Erzeugnisse betrachtet werden können. Die bisher bekannten Stücke bzw. Formvarianten können in kleinerer oder größerer Zahl in Pannonién oder in irgendwelcher westlicher Provinz gleichfalls angetroffen werden. So müssen wir unseren heutigen Kenntnissen gemäß in Brigetio ein jedes Glasgefäß für Importware halten. 5 4 Benkö А., а. а. O. 1/c 5 5 Unveröffentlicht. ä e Benkö А., а. а. O. 1/c. 5 7 Fremersdorf, F., Das naturfarbene ... Taf. 94. 5 8 Ebd. ; Kaba M., a.a. O. S. 440., Abb. 10/1—2. 5 9 Allein in dem am spätesten angelegten Gräberfeld (,,Zellen"-Gräberfeld) ist die hohe Zahl der Glasbeigaben — wenn sie auch keine mannigfaltige Form aufweisen — auffallend. Es ist anzunehmen, daß im 4. Jahrhundert sicher eine Glaswerkstätte in Brigetio in Betrieb war. Zu den Werkstätten der früheren Jahrhunderte verfügen wir nur über ungenügende Beweise.

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