Folia archeologica 18.
László Barkóczi: Die datierten Glasfunde aus dem II. Jahrhundert von Brigetio
74 L. BARKÓCZI Abb. 28. aus Brigetio stammende grüne Bocksbeutel mit geplattetem Bauch im Ungarischen Nationalmuseum, dessen Zeit möglicherweise auch auf das 2. Jahrhundert gesetzt werden kann, gilt fast für ein Kuriosum. 3 8 Den Großteil der Glasfunde bilden im 2. Jahrhundert verschiedene kleinere Flaschen. Die einfachste Form dieser sind die sog. Tropfengläser und ihre Varianten aus weißem Glasmaterial (Kat. Nr. 14., Abb. 28/1). Aus einem Grab des Gräberfeldes Gerhát 3 9 kam eine solche mit der Münze des Hadrian zum Vorschein. Weiters waren zwei ebensolche Flaschen in einem anderen Grab beigelegt. In der einen Flasche waren die Reste einer roten, in der anderen einer schwarzen Farbe zu erkennen. 4 0 Solche Gläser gehörten in ihrer Mehrheit den Toilettegarnituren der Frauen an, ihr Gebrauch läßt sich sogar bis in das 3. Jahrhundert verfolgen. Zu den einfachen Glasgefäßformen gehört auch die Gruppe der mit leicht konischem Körper und trichterförmigem Hals ausgebildeten Fläschchen aus grünlichweibem und bläulichgrünem Glas (Kat. Nr. 15., Abb. 28/2). 4 1 Je 3 8 Inv.-Nr. MNM (Ung. Nat. Mus.) 22/1929. Ihre Fundkomplexe sind noch unsicher. 3 9 Die Aufarbeitung des Fundmaterials aus dem Gräberfeld in Manuskript.; Vgl. Fremersdorf, F., Das naturfarbene ... Taf. 91. 4 0 Radnóti A., a. a. О. S. 142. Das Glasmaterial wurde keiner chemischen Analyse unterzogen und so kann nicht mit Bestimmtheit behauptet werden, daß es ein Farbenrest sei. 4 1 Vgl. hierzu die ähnlichen Kölner Stücke. Fremersdorf, F., Das naturfarbene. . . Taf. 90, 91.