Folia archeologica 18.

László Barkóczi: Die datierten Glasfunde aus dem II. Jahrhundert von Brigetio

72 l. barkóczi Qualität (Kat. Nr. 5., Abb. 25/1 ; Abb. 33/1). Diesen Typ und seine Varianten kann man zu Beginn des 2. Jahrhunderts am Rhein, in Köln antreffen. 2 7 Das kugelige Baisamarium mit Delphinhenkeln (Aryballos) aus grünem, gutem Material kommt in gleicher Weise sowohl glatt, als auch mit Fadenauflage verziert vor (Kat. Nr. 6). Dieser letztere Fund ist ein kegelförmiges Glas und kam mit einer Münze des Trajan zusammen zum Vorschein (Abb. 25/3 ; Abb. 33/3). Eine dunkelgrüne Variante dieser wird durch die Münze des Mark Aurel datiert, doch kann man sie auch in olivgrüner Farbe vorfinden (Abb. 25/2). Die Parallelen und die Formvarianten können vom Beginn des 2. Jahr­hunderts im Westen, zu Köln in größerer Zahl beobachtet werden. 2 8 Die Varian­ten des Typs leben auch noch im 3. Jahrhundert weiter. Das mit Fadenauflage verzierte Glas kommt im 2. Jahrhundert selten vor. Neben dem erwähnten Baisamarium mit Delphinhenkel, sind uns nocht zwei Flaschen, die über genaue Fundumstände verfügen, bekannt. Die eine stammt aus dem Gräberfeld Járóka (Kat. Nr. 7., Abb. 26/1), sie ist grün und ihre Zeit wird durch die benachbarten Gräber für dem Zeitalter des Antoninus Pius bestimmt. 2 9 Die Glasfadenauflage erscheint vielmehr am trichterförmigen Flaschenhals und berührt kaum die Schulter. Das andere, reichlicher verzierte Stück (in Fragmenten) ist aus weißem Glas und kam aus dem Gräberfeld Gerhát (Kat. Nr. 8., Abb. 26/2) samt einem Glas mit trichterförmigem Hals zum Vorschein. Am Hals läßt sich eine umlaufende und auf den übrigen Frag­menten eine wolfszahnförmig aufgetragene Fadenauflage beobachten. 3 0 Die Flasche gelangte, laut Bezeugung der benachbarten Gräber, noch in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts in die Erde. Die Erzeugung der mit Fadenauflage verzierten Gläser setzte im Westen frühzeitig ein. 3 1 In Köln wurde diese Zierart durch Leute aus dem Orient eingeführt, doch nahm ihr richtiger Aufschwung erst vom Jahre 160 seinen Beginn. Es wird angenommen, daß unter Mark Aurel die vom Orient zurück­kehrenden Truppen auch Glasbläser mit sich gebracht haben und von dieser Zeit an, begann man die Verzierung mit Glasfadenauflagen in einem breiteren Kreis anzuwenden. 3 2 Unsere Fundobjekte stammen, wie es aus dem Milieu der Gräber, weiters aus den Begleitfunden und den rheinischen Parallelen hervorgeht, 3 3 noch aus der Zeit vor 160 her. In dieser Frühperiode wurde jedoch die Fadenauflage nicht so häufig angewendet, wie später. Die Prismenflaschen sind durch zwei Typen in den Fundkomplexen ver­treten. Die eine ist die grüne Variante der „Merkurflasche" (Kat. Nr. 10., Abb. 27/1 ; Abb. 33/2). Ihre Begleitfunde sind zwei Bernsteinringe, auf dem einen ist die Haartracht der Faustina iun. zu beobachten. Im Osten kommen Flaschen solchen Typs selten vor, im Westen sind sie bis zum 2—4. Jahrhundert 2 7 Fremersdorf, F., а. а. O. Taf. 14, 17. 2 8 Ebd. Taf. 30, 31, 36, 37. 2 9 Die Aufarbeitung des Fundmaterials aus dem Gräberfeld in Manuskript. 3 0 Fremersdorf, F., Römische Gläser mit Fadenauflage in Köln. (Köln 1959) 3 1 Ebd. S. 15f. 3 2 Ebd. 3 3 Ebd. und Taf. 20, 46.

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