Folia archeologica 18.

Patay Pál: Adatok Budapest környékének újkőkorához és rézkorához

26 P. PATAY Ebenso, wie in Transdanubien, in der Südwest-Slowakei, in Niederöster­reich oder in Mähren, wird auch in der Umgebung von Budapest — und auch im östlich der Donau liegenden Hügelland — die Linienbandkeramik von miteinander in den Hauptzügen verwandten, aber örtliche Differenzen auf­weisenden Gruppen mit bemalter Keramik abgelöst, wie z. B. die Lengyel­Kultur, die Luzianky-Gruppe oder die bemalte mährische Keramik. Diese dür­fen auf Grund der Verbreitung in demselben Gebiet, der ähnlichen Art der Ansiedlung (z. B. das Großhaus in Zengővárkony) usw. als Abkömmlinge der Linienbandkeramik betrachtet werden, sogar die Sitte der Gefäßbemalung kann auf diese zurückgeführt werden. Der Fundort Bicske — Siedlung der Bandkeramik und etwas jüngere Gräber mit bemalter Keramik — spricht eben­falls für diese Verbundenheit. Früher wurden unter dem Begriff der „Lengyel-Kultur" die lokalen Grup­pen breiterer geographischer Regionen — so auch die Gruppen mit bemalter Keramik — zusammengefaßt. Diese Gruppen können aber nicht in allen Be­ziehungen mit den Materialen aus den Gräberfelden von Lengyel bzw. Zengő­várkony identifiziert werden. Es wäre daher eher angebracht, die Bezeichnung „Lengyel-Kultur" einzig für die im südöstlichen Teil Transdanubiens verbrei­tete örtliche Gruppe vorzubehalten, und die Gesamtheit der Gruppen mit be­malter Keramik, über die B. Novotny festgestellt hat, daß sie untrennbare Bestandteile eines größeren Kulturkreises sind, als „Kultur der mitteldonau­ländischen bemalten Keramik" zu bezeichnen. Da aber zu befürchten ist, daß die Benennung „Lengyel-Kultur" in der Fachliteratur auch weiterhin im bishe­rigen Sinne verwendet werden wird, wäre es ratsam, immer anzugeben, ob man den Ausdruck sensu lato oder sensu stricto gebraucht. In letzterem Fall kann auch von einer Zengővárkony-Gruppe der Lengyel-Kultur gesprochen werden. Vergleicht man das besprochene Material mit den Funden aus der Großen Ungarischen Tiefebene, findet man, daß dieses zur Endblüte der Theißkultur (jüngster Abschnitt der Siedlung von Lebő, Herpály-Kultur) auftritt, aber auch die von der Tiszapolgár-Kultur vertretene Frühkupferzeit ausfüllt. Aus den Funden von Szentendre und Somodorpuszta kann man feststel­len, daß die Umgebung von Budapest zur Frühkupferzeit in Händen der in der Kleinen Ungarischen Tiefebene angesiedelten Völker war. Der Einfluß der in der Großen Ungarischen Tiefebene lebenden Kulturen wurde erst zur Hochkupferzeit fühlbar. Doch selbst dann noch bildete diese Region eher mit der Kleinen Tiefebene eine kulturelle Einheit, was mit jener Tatsache belegt ist, daß hier die als Ludanice-Kutur bekannte periferiale, für dieses Gebiet kennzeichnende Variante der Bodrogkeresztür-Kultur vorhanden ist, und nach Aussage der Funde aus Csákvár, auch südlich der Donau Verbreitung fand. Letzen Endes waren in der Umgebung von Budapest im Neolithikum und zur Frühkupferzeit die nordtransdanubischen Kulturen vorhanden.

Next

/
Oldalképek
Tartalom