Folia archeologica 18.

F. Vattai Erzsébet: A margitszigeti korona és gyűrű

DIE KRONE UND DER RING V. D. MARGARETENINSEL 137 Margareteninsel gefunden wurde, ein Männergrab war, denn die Krone kam zugleich mit einem für eine Männerhand bestimmten Goldring mit Saphir zum Vorschein. Auf dem Bruchstück des Grabsteins aus rotem Marmor hatte Jan­kovich die Inschrift „hic sepultus" gelesen. Der Gegensatz zwischen dem von außen kommenden Gutachten und den Eintragungen des Inventarbuches des Nationalmuseums ist unbegreiflich. Nach dem Inventar buch kamen nämlich eher auf ein Frauengrab hindeutende Gegen­stände mit der Krone ans Tageslicht: ein kleiner Ring mit Chalcedon, ein Spitzen­überrest. Jankovich nach waren hingegen in dem Grab ein Männerring mit Saphir, Textilüberreste und Fransen gefunden worden. Das Nationalmuseum bekam die Antiquitäten erst um neun Jahre später, als Nachlaß des Palatins Joseph nach dessen Tode (1847), bis dahin hatten sie sich im Besitze des Pala­tins befunden. Nach erneuter Durchforschung des Inventarbuches konnte ich feststellen, daß die 1847 übergebenen, von zwei verschiedenen Orten stammen­den Antiquitäten wahrscheinlich bereits vor der Übergabe vertauscht wurden, zumindest die Ringe. Der goldene Saphirring wurde als Fund von Alcsut ein­getragen, der kleine Alcsuter Ring mit dem Chalcedonstein aber kam neben die Krone von der Margareteninsel (s. Beilage). Auf Grund des Jankovich-Gutach­tens kann nicht nur der Irrtum des Inventarbuches korrigiert werden, sondern es gelang mir auch, den Saphirring (Abb. 56) unter dem im Nationalmuseum befindlichen älteren Material unbekannter Herkunft zu finden und zu identifi­zieren. Das Steinbruchstück mit der Inschrift „hic sepultus" kam leider nicht zum Vorschein, wohl gelang es mir, den durch Jankovich beschriebenen Grab­steinbruchstücken ähnliche zu finden (Abb. 61., 62) doch könnten wir von einer Identität lediglich mit Vorbehalt sprechen. In meinem „Budapest Régiségei" Band 18(1958) erschienenen Artikel datierte ich die Krone von der Margareteninsel in die zweite Hälfte des XIII. Jahrhunderts. Dies bekräftigt auch der neuerdings bekannt gewordene Brief von Nikolaus Jankovich. Indessen kann ich Jankovich's Ansicht, laut welcher das Grab unbedingt die Ruhestätte Stephan V. (+1272) sein soll, nicht als bewiesen erachten. Nämlich die vom Anfang des XVI. Jahrhunderts stammende Marga­retenlegende, der wir die detaillierteste Beschreibung des Grabplatzes Ste­phans V. verdanken, erwähnt ihn beim Hochaltar an der Evangelienseite, während das nach dem Hochwasser von 1838 zutage gekommene Grab an der Lektions­seite und nicht neben dem Hochaltar gefunden wurde. Frau Rosa Feuer-Tóth gelang es, das Grab wiederum dort freizulegen, wo es bereits früher Kubinyi gefunden hatte. Die archäologischen Forschungsre­sultate haben also wiederholt bekräftigt, daß der Widerspruch zwischen dem Grabplatz und der auf das Grab Stephans V. bezugnehmenden Angabe der Mar­garetenlegende auch heute besteht. Daß das Grab Stephans V. eventuell an­lässlich eines Umbaues der Kirche auf die Lektionsseite verlegt worden wäre, ist kaum wahrscheinlich. Die Schmuckstücke des 1838 ans Tageslicht gekom­menen Grabes deuten daraufhin, daß es sich um ein bis dahin nicht gestörtes Grab handelt. Die Mitteilung der Margaretenlegende können wir nicht einfach als irrig hinstellen, denn wir verfügen über keinen schriftlichen Beweis, der die Glaubwürdigkeit dieser Angabe widerlegen könnte. Der Text der Margareten­legende erfuhr vom XIII —XVI. Jahrhundert wiederholt Veränderungen, es entzieht sich also unserer Kenntnis, wann die auf das Grab Stephans V. bezug-

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