Folia archeologica 18.
Cs. Sós Ágnes: A dunaszekcsői avar kori temető
122 A. CS. SÓS Gebrauch stand, und daß für diesen aus dem 9. Jh. stammenden Teil die Orientierung nach (oder annähernd nach) W — О kennzeichnend ist. Geht man davon aus, daß die Differenz zwischen den zwei Gruppen nicht so sehr auf chronologische, als auf gesellschaftliche Faktoren zurückzuführen ist, kann die verschiedentliche Orientierung nicht ausreichend begründet werden, obwohl sich das verhältnismäßige Reichtum der W-Gruppe im Gegensatz zur O-Gruppe zweifellos feststellen läßt. In beiden Fällen muß man auch eine Differenzierung in der ethnischen Zusammensetzung der zum Gräberfeld gehörenden Siedlung voraussetzen. Sofern man akzeptiert, daß an der Entstehung der zwei Gruppen chronologische Differenzen Anteil haben, sind die für die O-Gruppe kennzeichnenden verschiedenen Orientierungen mit einer ununterbrochenen Kontinuität einer Siedlung aus dem 8. Jh. noch nicht erklärt. Verfasserin vertritt die Auffassung, daß an der Entstehung der O-Gruppe des in Dunaszekcsö freigelegten Gräberfeldteiles vornehmlich ethnische Faktoren einen Anteil hatten. Auf Grund des Vergleiches der zwei Fundgruppen wird die Auffassung nahegelegt, daß zwischen den zwei Gruppen keine beträchtliche zeitliche Differenz besteht : in den freigelegten Flächen sind in verschiedener sozialer Lage gelebte, z. T. völkisch verschiedene Leute im großen und ganzen zu derselben Zeit beigelegt worden. Beide Gruppen deuten auf dieselbe Siedlung hin, doch war diese Bevölkerung aus verschiedenen ethnischen Elementen zusammengewürfelt, die sich innerhalb gewisser Schichten auch vermischen konnten. Nimmt man in Betracht, daß die bisher bekannten transdanubischen, sicher aus dem 9. Jh. stammenden und in ihrer ethnischen Zusammensetzung überwiegend slawischen Körpergräberfelder (Zalavár—Burg, Zalavár— Récéskút, Keszthely—Fenékpuszta, Balatonberény, Letenye) 1 4 sind hinsichtlich der Orientierung der Gräber mit dem O-Teil des Gräberfeldes von Dunaszekcsö vergleichbar, dürfte die Wahrscheinlichkeit bestehen, daß man es im letzteren Fall mit dem Gräberfeld einer Siedlung mit slawisch —awarischer Mischbevölkerung zu tun hat, in der das slawische Element, trotz Assimilation in den letzten Jahrzehnten des 8. bzw zu Beginn des 9. Jhs. gesellschaftlich eine gewissermaßen unterordnete Rolle hatte. Bezüglich des anthropologischen Materials kann vorläufig so viel geäußert werden, daß es den Feststellungen von Tóth nach, europiden Charakters ist, wobei auch gewisse mongoloidé Züge feststellbar sind.