Folia archeologica 17.
Ján Pástor: Frühbronzezeitliches Gräberfeld in Vsechsvätych
42 J. PÁSTOR Die Keramik teilen wir ihren Ursprungs und ihrer Form nach in drei Gruppen ein: in Gefäße der Schnurkeramik (Abb. 2/3—5 ; 5/2), in bei dem Volke der Glockenbecherkultur übliche Keramiken (Abb. 2/1—2 ; 6/1), und in Keramiken heimatlicher Provenienz (Abb. 2/6 ; 3/1—2). Die erste Gruppe wird von den töpfchenförmigen Gefäßen gebildet, welche wiederum in zwei Untergruppen geteilt werden können: in Gefäße mit unter dem Mundrand angesetztem Henkel und in solche mit Bandhenkel. Zu Letzteren gehört ein größeres, mit Schnurmuster geziertes irdenes Gefäß. Diese Keramik ist in der Glockenbecherkultur unbekannt, 1 0 im Karpatenbecken kommt sie indessen in den Gräberfeldern der älteren Bronzezeit, in Óbéba, Ószentivány und Alsónémedi, 1 1 und auch in Böhmen 1 2 vor. Gleichfalls häufig ist sie in der transdanubischen inkrustierten Keramik" anzutreffen (Abb. 2/3—5 ; 5/2). Die Gefäße der anderen Gruppe 1 1 kommen in den Gräbern Nr. 3, 19 und 49 vor. Sie bilden eine Gruppe für sich. Ihre Analogien sind in der Schnurkeramik von Nagyrév 1 5 und verhältnismäßig häufig in der Kultur von Unetic anzutreffen. 1 0 Außerdem ist dieser Typ noch im frühbronzezeitlichen Gräberfeld von Alsónémedi, 1 7 in Szöreg, Kisapostag und in der slawonischen Kultur bekannt. Aller Wahrscheinlichkeit nach besteht auch ein Zusammenhang zwischen dieser Keramik und den Gefäßen der Lintzenkeramik. 1 8 (Abb. 2/1—2 ; 6/1). Das Volk der Glockenbecherkultur lebte weder in der Ostslowakei, noch auf den ihr benachbarten Territorien. Wir benützen untenstehende Benennung, denn diese Keramik kommt überall in der Nachbarschaft der Glokkenbecherkultur vor, kann aber nicht Schnurkeramik, noch Nagyréver oder Protouneticer Keramik genannt werden, und darum finden wir die Bezeichnung „Begleitkeramik" am geeignetsten. Die bezeichnendsten Exemplare der heimatlichen Keramik sind die Amphoren (Grab Nr. 27 u. 30) und der Krug aus Grab Nr. 33. Die Amphoren weisen in der Regel bauchige Wandung auf; der zylindrische Hals geht in einen ausladenden Rand über. Zwischen Leibung und Hals finden zwei Henkel Platz. Ihr Ursprung 1 , J reicht in die neolithische und äneolithische Zeit zurück ; sie kommen in den verschiedenen Epochen der bronzezeitlichen Zivilisation vor (Abb. 3/1—2). Der Krug aus Grab Nr. 33 (Abb. 2/6) ist am bauchigsten Teil des Korpus senkrecht gerippt, welches Muster mit den rund um den Hals eingedrückten Punkten einen rechten Winkel bildet. Ein Bandhenkel verbindet den 1 0 Kalicz N., Arch. Ért. 84 (1957) 130. 1 1 Ebenda. 1 2 Schrdnil, J., Die Vorgeschichte Böhmens und Mährens (Berlin —Leipzig 1928) Taf. XXI. 1 3CsalogJ. Arch. Ért. 1942. 119—143. 1 4 Tompa F., Budapest története. I. Budapest az ókorban. (Bp. 1942) Taf. VII/i. 1 5 Kalicz N., op. cit. Taf. XXIII/6. 1 B Coblenz, W., Bemerkungen zum Forschungsstand über die Vorlausitzer Kultur nördlich von Erzgebirge und Lausitzer Bergland. Kommission für Äneolithikum und die ältere Bronzezeit. (Nitra 1958 — Bratislava 1961) 185—196., Abb. I. 1 7 Kalicz N., loc. cit. l s Ebenda. 1 9 Siska, St. —Vizdal, J. Záchranny vvskum na neolitickom sídlisku v Michalovciach. AR 13 (1961) 871—874.