Folia archeologica 17.
László Vértes: Zur Technologie grobgerätiger Silexfunde in Nordungarn
36 ;. STIEBER Die Absonderung der zwei Gruben auf dieser Basis kann nicht entsprechend eingeschätzt werden, da uns L. Vértes mitgeteilt hat, die zwei Bergungsgruben wären nahe zueinander freigelegt worden, und auch die übrigen Funde sollen einander entsprechen ; auch das anthrakotomische Material stammt aus annähernd derselben Tiefe und gehört zu derselben Kulturschicht. Es könnte sich aber um die Überreste von zwei ad Лос-Feuerherden handeln : das Feuer wurde einmal aus Laubholz, das anderemal aus Nadelholz angefacht. Auf den ad hocCharakter der Feuerherde weist auch der Umstand hin, daß die Holzkohlen aus Grube D in ihrer mikroskopischen Struktur sehr ähnlich sind. Man darf daher das Material aus den Gruben В und D gemeinsam behandeln. Hinsichtlich einer vegetationsgeschichtlichen Einschätzung des Materials darf man feststellen, daß 40% der Holzkohlen von Laubbäumen (Quer eus), 60% von Nadelbäumen (Larix-Picea) stammen. Das weist daraufhin, daß der Zeitpunkt der Entstehung der Kulturschicht keinesfalls bedeutend jünger als das auf das W-3 folgende Spätglazial bzw. die sog. Haselzeit sein kann, was in Ungarn dem Mesolithikum entspricht. Bereits früher untersuchte Hollendonner „mesolithische" Holzkohlen vom Avas-Berg, fand aber keine Nadelbäume unter ihnen. Verfasser fand später in einem Niveau der Petényi-Höhle, die etwa 20 km entfernt vom Avas ist, 95 % Nadelholz- und 5 % Laubholzreste. Unter letzteren gab es auch Quercus, unter ersteren hatte Larix-Picea die Dominanz und auch Pinus sp. erschien. Dies bedeutet einen quantitativen Unterschied im Vergleich zu den neuesten, am Material vom Avas-Berg gewonnenen Angaben. Bedenkt man aber, daß die Petényi-Höhle in 700 m Höhe liegt, während der höchste Punkt des Avas-Berges nur 234 m ü. d. M., darf man die Holzkohlen der zwei Fundorte eigentlich als gleichaltrig betrachten. JÓZSEF STIEBER