Folia archeologica 17.
László Vértes: Zur Technologie grobgerätiger Silexfunde in Nordungarn
34 L. VÉRTES stand — sind aus dieser Industrie die Beidflächer: die Faustkeile und Blattspitzen bereits verschwunden, was daraufhinweist, daß die geschliffenen Meißel und Beile die Rolle des Spalter-Pic-Formenkreises (d. h. der im besprochenen Gebiet diesen entsprechenden Faustkeilformen) paläolithisch-mesolithischer Technik übernommen haben. Alldem zufolge nehmen wir das Material aus Tószeg in den Bereich unserer Untersuchungen nicht auf, weil es von den bisher untersuchten Fundkomplexen grundlegend verschieden ist, trotz naher Verwandschaft der Keramik. Zwischen Arka und Tóhegy bestehen offensichtlich grundlegende Differenzen der Produktionsweise: Tóhegy nämlich ist bereits eine „regelrechte" neolithische Industrie. Schlußfolgerungen Zum frühen Postglazial entstand im Bükk-Gebirge und dessen Umgebung eine, wohl mit dem westlichen Campignien vergleichbare, mesolithische Kultur makrolithischen Charakters. Die Träger dieser Kultur waren, nach unseren früheren Feststellungen, in ihrem Bereich die Vorläufer der Pflanzenkultur. Den bisherigen Angaben zufolge hätten die Träger dieser Kultur, die sich an ihr Milieu in den Mittelgebirgen hielten, mit verhältnismäßig wenig Veränderungen noch jene Zeit erlebt, zu der sich in der Tiefebene bereits die ersten neolithischen Bauern niedergelassen hatten. Diese fortlebenden Mesolithiker brachten dann, entweder in der Folge innerer Entwicklung, oder durch die Übernahme von außen her, offensichtlich aber als Resultat dieser beiden Komponenten, ihr eigenes, primitives Keramikinventar hervor. Sie verzogen sich von den Höhen in die schmalen Täler der Gebirgsbäche und übten eine, im Vergleich zur früheren, intensivere Landwirtschaft aus. Das Forschen nach ihren Verbindungen mit dem von ihnen grundlegend verschiedenen Volk der klassischen Bükk-Kultur soll die Aufgabe einer späteren Arbeit sein. Aus der Untersuchung der Silexwerkzeuge meinen wir ersehen zu können, daß man jene Station der Enwicklungsreihe, die von dem keramikfreien Fundmaterial vom Ravaszlyuktető und vom Avas vertreten ist, als eine dem keramikführenden Neolithikum unmittelbar vorangehende Stufe betrachten darf. Sofern ein solcher Fund dieser Gruppe einst zutage kommen sollte, der auch Tierknochen hortet, wäre es nicht ausgeschlossen, unter diesen bereits Reste domestizierter Tiere zu finden. 1 2 LÁSZLÓ VÉRTES 1 2 Wir möchten auch hier Herrn Prof. Lothar Zotz für sein freundliches Entgegenkommen, mit dem er den deutschen Text dieses Manuskriptes sprachlich korrigiert hat bestens bedanken.