Folia archeologica 17.

László Vértes: Zur Technologie grobgerätiger Silexfunde in Nordungarn

30 L. VÉRTES Werden die obigen Werte graphisch dargestellt, ergibt sich folgendes (Abb. I): a) Dem Mesolithikum vom Ravaszlyuktetö am nächsten steht das Silexma­terial der neolithischen Siedlung im Arka-Tal. b) Hinsichtlich der meisten Parameter erweisen sich auch das Mesolithi­kum vom Avas und der Streufund vom Ravaszlyuktetö von der als Ausgangspunkt dienenden Kultur. c ) Auf der graphischen Darstellung verlaufen die Kurven vom Avas und vom Ravaszlyuktetö in auffallend ähnlicher Weise. Diese Übereinstim­mung ging bereits aus den Fzs/zer-Test-Ergebnissen hervor. Es scheint, als ob das Mesolithikum vom Avas in der Mitte zwischen dem Mesoli­thikum vom Ravaszlyuktetö und dem Neolithikum von Arka stünde. Das belegt zugleich jene unsere frühere Feststellung, die wir jetzt, aus dem gleichen Kurvenverlauf des Streufundes und der Industrie vom Avas bestätigt sehen, nämlich die im Fund vom Avas vorhandenen Werk­zeuge fehlen aus dem Mesolithikum vom Ravaszlyuktetö nur infolge der dort unzulänglichen Ausgrabung. d ) Werden die Abweichungen in demselben Maßstab auf das Mesolithi­kum vom Avas bezogen, stünde diesem am nächsten der Streufund vom Ravaszlyuktetö, und die Parameterkurven des Mesolithikums vom Ra­vaszlyuktetö zeigen einen ähnlichen Verlauf. Es ist klar, daß sich das Mesolithikum vom Ravaszlyuktetö mit dem Neolithikum von Arka, die Industrie vom Avas hingegen mit dem Streufund vom Ravaszlyuk­tetö assoziiert, unsere bisherigen Erfahrungen noch fester bekräftigend. e) Bei der Betrachtung der graphischen Darstellung muß einem ferner auffallen, daß die stärkeren Abweichungen bei den qualitativen Parame­tern auftreten, dort also, wo das statistische Gesamtbild eine unmittel­bare Funktion der Sammelmethode und der Menge des gesammelten Materials darstellt. Mittelwert und Streuung der quantitativen Parame­ter nähern sich schneller der „idealen statistischen unendlichen Menge" ; bei diesen ist auch der Grad des Entsprechens höher. Die Lehre aus diesen Tatsachen besagt, daß man bei einem Material, das nicht nach statistischen Gesichtspunkten gesammelt wurde, die quantitativen Para­meter eher benutzen kann als die qualitativen. 4. Nahe sowohl zum Ravaszlyuktetö als auch zur im Arka-Tal gefundenen, offensichtlich aber sich auf ein großes Gebiet erstreckenden Bükker Siedlung befindet sich der Tóhegy genannte Berg in der Gemarkung von Boldogkövdr­alja. Hier grub 1895—96 József Mihalik, der ein reiches Bükker Material in das Ungarische Nationalmuseum einlieferte. Neben kennzeichnender Bükker Kera­mik enthielt der Fund auch geschliffene Beile und Meißel, aus Hirschhorn ver­fertigte Werkzeuge und Mahlsteine. Zu diesem Material gehört auch jene, der­zeit aus etwa 140 Stücken bestehende Sammlung von Silexartefakten und Ab­schlägen, die größtenteils aus demselben Limnoquarzit hergestellt sind, wie die Silexartefakte der bisher besprochenen Stationen in der unmittelbaren Umge­bung. Der Ausgräber behauptete, diese Stücke hätte er aus einer so großen

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