Folia archeologica 17.

Huszár Lajos: A pozsonyi garasok (1623—1624)

210 L. HUSZÁR betreffs der Preßburger Münzstätte geschlossen. Da der Vertrag die Unter­pachtung der Münzstätte zuließ, überließ Fellner die Preßburger Münzstätte dem Johann Joachim Edling, der am 19. August mit der Münzprägung zu beginnen hatte. Auch die Prägung von Groschen im Wert von 5 Denaren (Fünfferl) wurde bewilligt. Die mit der Preßburger Münzstätte verbundenen vielen Schwierigkeiten bewogen schließlich den Kaiser, am 7. September ihre Transportierung nach Kremnitz anzuordnen, während er die Fortsetzung der Münzprägung nach dem geltenden Münzfuß für eine Zeitlang noch ermöglichte. Auch Edling wurde die Pacht auf vier Wochen gekündigt. Sein Unternehmen sollte also alles in allem knappe zwei Monate dauern. Große Sorge bereitete seit Mitte 1624 der Kremnitzer Kammer das weitere Schicksal der geprägten Geldmasse, denn selbstverständlich trachtete jedermann, die schlechten Preßburger Gepräge ohne Verlust auf gute Kremnitzer umzu­tauschen. Im Interesse der Regelung dieser Einwechselungs-Invasion arbei­teten die Beamten der Kammer am 19. November einen Vorschlag aus, dem­nach die Einwechselung auf der Basis von 4 Gulden pro Mark ohne größeren Schaden der Schatzkammer abgewickelt werden konnte. Sie beriefen sich dabei auf eine gewisse kaiserliche Verordnung. Der Vorschlag dürfte angenommen worden sein, denn in diesem Wert wurden die Preßburger Münzen eingewech­selt. Das Münzzeichen der Preßburger Münzen unter Zwirner war P —P, unter der Leitung Edlings eine Doppellilie. Mit P —P Münzbuchstaben sind Groschen und Denare aus den Jahren 1623—1624 bekannt, während Münzzeichen mit Doppellilie nur auf Groschen mit der Jahreszahl 1624 vorkommen. Die Gepräge aus und nach der Zeit Zwirners unterscheiden sich auch durch ihre Münzbilder. Auf den mit dem Doppellilien-Prägezeichen versehenen Münzen ist das Wappen der Vorderseite gekrönt und die Madonna der Kehrseite von einer Mandorla umgeben. Auf den früheren Geprägen mit P —P Buchstaben fehlt sowohl die Krone am Wappen als auch die Mandorla um die Madonna. Unter den erhalten gebliebenen Preßburger Münzen finden sich in der Tat recht minderwertige Gepräge und das ihnen gegenüber bezeigte Mißtrauen ist völlig berechtigt.

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