Folia archeologica 16.
Mihalik Sándor: Adalékok a régi magyar művészi kerámiagyártás történetéhez
ALTUNGARISCHE KUNSTLERISCHE KERAMIKERZEUGUNG 239 Révhelyi, der ausgezeichnete und vorzügliche Monograph der Fabrik von Tata, eine gewaltige, auch in ihrem Inhalt hervorragende Monographie schrieb. Vorliegende Studie ergänzt an Hand von durch neuere archivarische Forschungen gewonnenen Beiträgen diese auch in internationaler Flinsicht günstig beurteilte Publikation zu größerer Vollkommenheit. Außer den Esterházys bemühten sich auch andere Magnaten und Adelige, Fabriken zur Herstellung künstlerischer Keramikware zu gründen. Ein aus dem Jahre 1772 stammender Beleg gibt Rechenschaft darüber, daß Graf Johann Forgách in Gács (Kom. Nógrád) eine Fabrik zur Erzeugung von Weißgeschirr (weiszes Geschier) ins Leben rief. Die notwendigen Lehmsorten wurden aus Pongyelok (Distrikt Kishont) bezogen. Auch der dortige Grundherr begeisterte sich für den Erfolg und gründete einer Angabe von 1773 zufolge seinerseits im eigenen Orte eine Fabrik, damit die Pongyeloker Lehmerde nicht nur in Gács zu schönen Fayencegefäßen werden möge, sondern damit man sie auch in Pongyelok selbst zu nutzbringenden, künstlerisch schönen Dingen umgestalten könne. Ebenfalls um das Jahr 1770 realisierte Graf Theodor Batthyány im Interesse einer künftigen ungarischen Porzellanerzeugung im Garten seines Wiener Palastes ein kleines Probeunternehmen. Man hinterbrachte jedoch Maria Theresia die Kunde dieser Versuche. Noch in derselben Nacht, am 10. September 1772, überrumpelte das Wiener Stadtgericht auf ihrem Befehl hin die Werkstätte, verhaftete die Meister und beschlagnahmte den Bestand. Damals w rar es nämlich zur Wahrung der Interessen der Wiener Porzellanmanufaktur verboten, irgendwo anders in der ganzen Monarchie Porzellan zu erzeugen. Batthyány verzichtete daraufhin auf die Porzellanfabrikation und verwirklichte mit der Errichtung einer Steingutfabrik in Kis-Bér (Kom. Komárom) seine Keramikpläne.