Folia archeologica 15.

Kádár Zoltán: A szentendrei scrinium ábrázolásai a későantik császárkultusz vonatkozásában

DIE BEZIEHUNG DER DARSTELLUNGEN DES SCRINIUMS VON SZENTENDRE MIT DEM KAISERKULT DER SPÄTANTIKE Im Verlaufe der Untersuchung der Darstellungen des Truhenbeschlages von Szentendre konstatiert der Autor, daß die zwei grossen Medaillons mit den De­zennalien-Darstellungen in Zusammenhang stehen und daß die größere von ihnen auf den Kult des Licinius Bezug nimmt. Es ist gewiß, daß der auf dem Truhen­beschlag abgebildete Juppiter Conservator von ewig jungem Antlitz mit seinen Att­ributen ( Victoria , Adler , Sceptrum ) sozusagen die gesamten Aspekte der Haupt­gottheit in sich vereint. Einen ähnlichen Typ stellte in der monumentalen Bildhauerkunst nach dem olympischen Zeus in erste Linie dessen antiochisch­daphnéisches Nachbild vor. Diese eigenartige, „synkretische" Gestalt des Juppiter Conservator übermittelt auf ideologischer Ebene den typischen Ausdruck jenes Stabilitäts-Bedürfnisses von unerhörter Stärke, das im immerzu bedrohlicheren Krisenzeitalter des 4. Jahrhunderts eine jede Schichte der Sozietät durchdrang. Die offizielle Politik sah die Lösung der Krise in dem Glauben an die heilbrin­gende Stärke der kaiserlichen Macht. Gewiß hängt auch die Darstellung des Invictus Hercules Imperator mit der Propagierung des unbesiegbaren Kaisers zusam­men. Problematisch ist lediglich, daß die erstere Göttergestalt den Kult des Licinius, die letztere dagegen den des Constantinus andeutet. Bemerkenswert ist außerdem, daß das letztere Medaillon, was seine Größe anbetrifft, viel unschein­barer ist, als das zuerst erwähnte, und daß es im Felde unter einer christlichen Szene, — der symbolischen Darstellung des Wunders der Brotvermehrung —, figuriert. Dieser Unterschied zwischen den auf den Kult der zwei Herrscher bezugnehmenden Darstellungen ist lediglich damit zu erklären, daß der Hersteller des Truhenbeschlages eher zu den Verehrern des Licinius, als zu denen des Constantinus zählte. Auf alle Fälle jedoch weist das vereinte Erscheinen der Kulte beider Herrscher auf den Zeitabschnitt hin, da Licinius und Constantinus noch friedlich gemeinsam regierten, also zwischen den erwähnten Dezennalien (318), und der Besiegung des Kaisers (324). Pannonién gehörte zu dieser Zeit nicht zum Hoheitsgebiet des Kaisers Licinius. Wir dürfen indessen nicht außer acht lassen, daß wir auch schon früher auf Licinius-Zehnjahresfeiern bezugnehmende Denkmäler vom Territorium unse­res Landes kannten. So kamen auch, unfern von Szentendre, in der Gegend von Esztergom, Silberschalen zutage, die sich auf die Dezennalien des Licinius be­ziehen. Der orientalische Einschlag der Zieraten des Truhenbeschlages deutet da­raufhin, daß ihr Hersteller von östlicher Herkunft, ein kleinasiatischer oder syri­scher Meister war.

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