Folia archeologica 12.

É. B. Bonis: Römerzeitliche Gräber in Halimba

RÖMERZEITLICHE GRÄBER IN HALIMBA (KOMITAT VESZPRÉM) Während der Ausgrabung des aus dem 10—12. Jh. stammenden, mehrere hundert Gräber beinhaltenden Gräberfeldes 1 hat Gy. Török, Leiter der Aus­grabungen, auch die Reste von 10 römischen Gräbern gerettet. 2 Im Gebiet wurde im Vorangehenden stark Weinbaukultur betrieben, daher waren die meisten römischen Gräber gestört. Auf der Karte sind im Gebiet, wo die aus dem 10—12. Jh. stammenden Gräber erschlossen wurden, nur die Fundorte der römischen Gräber angegeben. 3 (Abb. 22.) Auf Abb. 23. sind die Umrisse der römischen Urnengräber Nr. 2—10, ferner die Grundrisse jener runden und eckigen Gebäude, die von Gy. Török publiziert werden. Die Fundumstände wiedergeben wir auf Grund der Aufzeichnungen des Ausgräbers. Grab 1 : Im April des Jahres 1954 stiessen Erdarbeiter bei der Fundamentierung eines klei­nen Baues nördlich des unter Erschliessung befindlichen Gebietes auf ein Urnengrab (Abb. 22. stellt den Grundriss des Gebäudes und nicht des Grabes dar). Abgesehen von einigen auf die Erde gestreuten Scherben waren die hier aufzuzählenden Funde alle in einer grösseren grauen Urne (die Lanzenspitzen mit der Spitze nach unten) untergebracht: 1. Urne aus Ton. (Abb. 24/8.) Ihr schräg abstehender eckiger Mundrand ist mit schwarzer Bemalung bedeckt. Der Hals ist dicht mit Kerben versehen; am Unterteil verlaufen mehrere flache Rillen. Ihr Material ist mit grauem Sand und kleinen Kieselsteinen vermengt, die Ober­fläche rauh. Höhe (im folgenden: H.): 31,8 cm, Munddurchmesser (im folgenden: M.): 22 cm, Bodendurchmesser (im folgenden: В.): 11 cm. In dieser Urne fand man die folgenden Objekte: 2. Lanzenspit?e aus Eisen. (Taf. XVIII, 2; Abb. 24/6.) Es ist ein längliches Blatt, der Quer­schnitt viereckig, der Grat ist kaum erhaben. Die Tülle ist achteckig und übergeht leicht konkav in das Blatt. Sehr schön ausgearbeitetes Stück. Länge (im folgenden: L.): 29,1 cm, Tüllendurch­messer (im folgenden: T.): 1,6 cm, bei der engsten Stelle: 1,4 cm. 3. Lanzenspitze aus Eisen. (Taf. XVIII, 1; Abb. 24/7.) Derselben Form und Ausarbeitung wie das vorangehende Stück. L.: 29 cm, T.: 1,75 cm, bei der engsten Stelle 1 25 cm. 4. Speerspitze aus Eisen. (Taf. XVIII, 3.; Abb. 24/4.) Die Spitze ist vierkantig-pyramiden­förmig, die Tülle achteckig. Die Flächen der Tülle schliessen sich durch kleine dreieckige Felder an die Kanten an. Die Speerspitze ist ebenso gut ausgearbeitet wie die Lanzenspitzen. Das Ende ist flach gedrückt. L.: 13,1 cm. T.: 1,4 cm, L. d. Tülle: 5,5 cm. 1 Die Publikationen der 1952 — 1955 ausgeführten Ausgrabung sind die folgenden: Török Gy., FA 8(1956) S. 129 — 136; 'Török Gy., Die Bewohner von Halimba-Cseres nach der Landnahme. Veröff. d. Landesmus. f. Vorgesch. 6. (Dresden 1959). Ders., Halimba lakossága a X. és XI. században (Die Einwohnerschaft von Halimba im 10. und 11. Jh.). Monographie. In Vorbereitung. 2 Hier möchte ich Gyula Török für die Überlassung des Materials der römischen Gräber und der Karten meinen Dank aussprechen. 3 Eine komplette Karte des Fundortes ist in der Dresdener Publikation erschienen. In Halimba-Cseres hat Gy. Török außerdem noch ein früheisenzeitliches Gräberfeld, ferner ein germanisches Grab und drei keltische Gräber erschlossen. An der Ausgrabung des früheisen­zeitlichen Gräberfeldes nahm Irina Lennel teil, die es auch bearbeitet hat (Arch. Ért. 86(1959) S. 160 ff.). Das Material der Gräber wurde in die römische Sammlung des Ung. Nat. Museum — Hist. Museum gebracht, Inv.: 55.18.1-55.18.38.

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