Folia archeologica 12.

F. Petres Éva: Székesfehérvári koravaskori kincslelet

42 É. F. Ре tres durch die Griffplatten sicheln des HA-Typus, durch die Situla des Fundes von Kurd, durch die stacheligen Phaleren und durch zwei Varianten der Posa­menterie Fibel. -— Das gerippte Blecharmband reicht seiner Form nach eben­falls in die Bronzezeit zurück. Es findet sich allgemein im ganzen Verbreitungs­gebiet der Hügelgräberkultur, in Mitteldeutschland, Sachsen, Schlesien und im Karpatenbecken. Die Form wird während der BD-Periode von der weiter­lebenden Bevölkerung der Hügelgräberkultur bewahrt, wie dies in Öster­reich durch den Fund von Gallneukirchen-Tumbachholz, in Ungarn durch die Gussform von Soltvadkert bezeugt wird. Entgegen vom Autor der Publika­tion des Fundes v. Soltvadkert geäusserten Ansicht verbinden wir diesen Fund mit Hinblick auf die begleitende Keramik mit den in der BD-Periode lebenden Hügelgräbervölkern. Wir pflichten darin F. Kőszegi bei, so dürfte das Armband von Székesfehérvár gleichfalls in der BD-, höchstens zu Beginn der HA-Periode geborgen worden sein. — Unter den Tüllenbeilen zeigt das grössere, unverzierte Stück eine Übereinstimmung mit den grossen Lausitzer Beilformen. Die Heimat des in die HA-Periode datierten grossen Lausitzer Tüllenbeils sucht E. Sprockhoff — zum Teil durch die Vermittelung des böh­misch-mährischen Gebiets — in Ungarn, wo es bereits zu Beginn der Urnen­felderkultur auftaucht. Das an seiner Tülle mit einer dem Lappenbeil ähnlichen Verzierung versehene Stück darf ebenfalls in dieselbe Zeit verlegt werden. Das Flügelbeil mit mittlerer Lappenstellung des Terremare Typus, das unsere Tüllenaxt imitiert, ist die übliche Beilform in der späten Bronzezeit, jedoch in der Urnenfelderkultur schon seltener. Seine Verwendung als Zierform setzt den Gebrauch des Typus, oder zumindest eine Zeit voraus, in der die Form noch nicht in Vergessenheit geraten war. In den Depots aus dem An­fang der HA-Periode, kommt dieser Typus noch mit den Tüllenäxten zusam­men vor, und in diese Zeit dürfen wir auch die aus der Verschmelzung beider Typen entwickelte Form verlegen. — Das mit dreieckigen Rippen verzierte Fragment, die sog. „ungarische" Form, ist lokalen Ursprungs und kann be­reits in die Zeit der älteren Urnengräberkultur, in die HA-Periode, datiert werden. — Das zeitlich jüngste und zugleich problematischeste Stück des Fundes ist das Bruchstück der Messerklinge mit gewölbtem Rücken. Das Klingenfragment scheint mit dem pfattischen Messertypus der süddeutschen Urnenfelderkultur verwandt zu sein, den Müller-Karpe der jüngeren Urnen­gräberzeit zuweist. Diese späte Datierung würde in unserem Fall die Zeit der Fundbergung in die HB-Periode verschieben. Dem widersprechen aber die übrigen, das Übergewicht der Fundzusammensetzung ausmachenden Gegen­stände, die während der Bronzezeit, der Übergangszeit und höchstens bis zur Mitte der HA-Periode in Gebrauch standen. Andererseits scheint dieser spä­ten Datierung auch der durchwegs frühzeitliche Charakter von anderen, ähnli­chen Depotfunden zu widersprechen, sowie der ganze geschichtliche Hinter­grund, demzufolge sich das Vergraben des Hortes durch den Einbruch einer grösseren Völkerwelle der Urnenfelderkultur erklärt. Die Messer im über wiegenden Teil unserer parallelen Hortfunde stehen eher dem älteren süd­deutschen Typus nahe, dem sog. Matreier Variante, der in einem früheren Zeit­abschnitt der Urnenfelderkultur, in der HA-Periode, in Verwendung stand. Die einzige Matreier Variante, die mit dem Stück von Székesfehérvár in Verbindung gebracht werden könnte, ist das Messer aus dem Grab 47.

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