Folia archeologica 12.

J. Korek: Die Goldscheiben von Csáford

Die Goldsc beiben von Csáford 33 wie dies I. Kutzián in ihrer historischen Studien von den hier entdeckten zy­prischen Schleifennadeln und den zweihenkeligen Krügen nachwies. 1 6 Trotz dieser Gegebenheiten zu einer Parallelisierung sehe ich keine Möglichkeit, die Goldscheiben von Csáford durch jene des Gräberfeldes von Óbéba zu datieren. Ihr Verwendungswerk hängt m. E. mit dem neolithischen Muschelschmuck zusammen. Diese Gegenstände aus abgeschliffenen Spondylus-Muscheln mit gebohrten Löchern zeigen nicht nur was ihren Gebrauch, ihre Form, sondern auch was ihren inhaltlichen Hintergrund betrifft, Übereinstimmungen mit den Goldscheiben von Csáford. Neben den gewöhnlichen Exemplaren mit zwei Löchern sind auch solche bekannt, die drei Löcher aufweisen, die ebenfalls in Dreieckform angeordnet sind. 1 7 Die verhältnismässige Seltenheit der ovalen Muschelanhänger zeigt, dass sie nicht alltägliche Schmuckstücke gewesen sein mögen, weithin nicht allgemein getragen wurden, sondern nur Persönlichkeiten gebührten, die innerhalb der Gemeinschaft einen höheren Rang einnahmen, worauf bereits Sacken hinwies, wobei er Rückschlüsse aus Analogien viel jüngeren Datums machte. 1 8 Auf diese Art und Weise können diese Schmuck­stücke nicht als spezifische Merkmale einer einzigen Kultur gelten, da wir ihnen bereits innerhalb der Linearkeramik, der Bükker, der Theisskultur und der frühkupferzeitlichen Kulturen begegnen. 1 9 Ihre weite Verbreitung kann man hinlänglich auch mit dem Tauschhandel erklären, doch waren solche Möglichkeiten in der Spätphase der Kupferzeit in zunehmendem Masse gege­ben (Obsidian, Kupferdepotfunde). Die Fundorte der meisten bis jetzt bekann­ten Goldscheiben sind unbekannt. Die bekannten Fundorte, Stollhof, 2 0 Cse­pin, 2 1 Csáford und Progar 2 2 liegen alle ausserhalb des Verbreitungsgebietes der Bodrogkeresztúrer Kultur. Von letzterem Ort stammt ein importierter Idol­hänger, der mit dem Formenbestand der Bodrogkeresztúrer zusammenhängt, aber auch verwandte Züge mit den Goldscheiben zeigt. Ein Teil der Fundort liegt in einem Gebiet, wo Metallgegenstände verschie­denen Kulturen vom Ende der Kupferzeit auch zusammen vorkommen (Vucedol, Kostolac). 2 3 Etliche Fragen, die mit den Goldscheiben von Typus Stollhof zusammenhängen, können heute noch nicht beantwortet werden. Ich datiere sie in die Übergangszeit zwischen Kupfer- und Bronzezeit. Sie sind nicht Produkte einer bestimmten Kultur, sondern einer grösseren Metall­Werkstatt, die sie für besondere Zwecke herstellte. JÓZSEF KOREK 1 6 Kutyán /., Acta Arch. Hung. 11(1959) S. 186. 1 7 Istállóskő; Korek J., Acta Arch. Hung. 5(1955) S. 143. Abb. 1, 27. 1 8 Sacken, E., Die Funde an der Langen Wand bei Wiener-Neustadt. Sitzungsber. d. Phil.­hist. Klasse d. k. Akad. d. Wiss. 49(1865) S. 21-22. 1 9 Vene , S., Spondylové sperky v Podunajském neolitu. AR 11(1959) S. 669 — 738. 2 0 Sacken, E., а. a^ O. S. 16-17. Abb. 12-13. 2 1 „Csepin (Kom. Verőcze). Goldschatz. Aus Goldblech geschmiedete Scheibenschmuck­stücke mit Punkt- und Nageleindrücken, 3 Stücke im Ungarischen Nationalmuseum. MNM LVI 43—45; Abgebildet XLV 1., 2. Stücke im kaiserlichen Museum in Wien. Trouvailles 67." Нат­ре/ J., A bronzkor emlékei Magyarhonban. II. (Bp. 1896) S. 21. 2 2 Vinski-Gasparini, К., Zlatni nalez iz Progra i Sprijemi. VAH 56-59(1954-57) S. 6-10. 2 3 Garasanin, M. V., a. a. O. S. 11-16. 3 Folia Archaeologica

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