Folia archeologica 12.

J. Korek: Die Goldscheiben von Csáford

Die Goldsc beiben von Csáford 31 Flachbeil mit spitzem Nacken (Taf. VIII, 11.) und Bruchstücke zweier Silex ­klingen. (Taf. VIII, 5—6.) Der beim ersten Grabungsschnitt gezogene Graben lieferte keine Funde. Ich konnte noch verstreut Siedlungsreste des 16. Jahrhunderts mit Herdstellen und zerstreuten Scherben feststellen. Die kulturelle Einordnung der Funde ist wegen ihrer atypischen Merk­male, aber auch wegen ihrer geringen Anzahl ziemlich ungewiss. Die zeitliche Bestimmung wird ferner durch den Umstand erschwert, dass das Kom. Zala, was die urzeitliche Kulturen betrifft, als eine terra incognita bezeichnet werden muss. Streufunde und einige Angaben besitzen wir aus Siedlungen der neoli­thischen Linearkeramik. 4 Das in Csáford gefundene Material zeigt aber eher Merkmale, die für die Übergangszeit vor der Kupfer- in die Bronzezeit charak­teristisch sind. Fundorte der kupferzeitlichen Bodrogkeresztürer Kultur sind in diesem Gebiet unbekannt, wenn auch Metallgegenstände, die mit dieser Kultur zusammenhängen im südlichen Transdanubien vielfach vorkommen. Kreuzschneidige Kupferäxte vom Typus Szakáihát, die zum Formenbestand der Bodrogkeresztürer Kultur gehören, sind auch aus Sirmien bekannt. 5 Ich stimme P. Patay darin bei, dass solche Goldscheiben nicht zu den charak­teristischen Funden der Bodrogkeresztürer Kultur gehören, was wird auch durch den Fundort der Goldscheiben von Csáford bestätigt, der ausserhalb des Verbreitungsgebietes der Bodrogkeresztürer Kultur liegt. Vom Ende der Kupferzeit bzw. aus der Übergangszeit können zwei Kulturen in Betracht kommen, die Péceler und die Vucedol-Laibacher. Die Péceler Kultur war in den Komitaten Baranya und Vas beheimatet, und es ist dem Forschungsmangel zuzuschreiben, dass bis jetzt aus dem Zala noch keine Funde dieser Kultur bekannt sind. 6 Die Gefässbruchstücke sind wenn auch ziemlich atypisch, nicht für die Péceler Kultur bezeichnend, obwohl Gefässe mit beiderseits waagrecht angebohrten Buckeln Formen dieser Kultur aufweisen. Die für diese Kultur besonderen charakteristischen Merkmale fehlen bei unseren Funden, weshalb sie eher in der Vucedol-Laibacher Kultur zu wurzeln scheinen. Die spärlichen Fundorte dieser Kultur sind noch ziemlich unerforscht. 7 Unser Gebiet gehört jedenfalls zu dem von Frau A. Mozsolics bestimmten südlichen transdanubischen Verbreitungsgebiet dieser Kultur. 8 Eine solche Bestimmung rechtfertigen auch die Bruchstücke der Fussschüsseln gerechtfertigt, deren Analogie, sich in Kiskányás findet. 9 Im Material dieses Fundortes kommen scharfprofilierte Schüsseln mit eingezogenem Rand häufig vor. 1 0 Der bereite Boden der Gefässe bekräftigt gleichfalls diese kulturelle Zugehörigkeit. * I.etenye (Museum in Nagykanizsa), Becsehely (Historisches Museum). Unveröffentlichte Funde. 5 Krnnschmid , /., Nahodai bakrenoga doba iz Hrvatske i Slavonie i susjednih zemalja. VHAD 6 (1902) S. 32 — 65.; Milleker , F., Vorgeschichte des Banats. Aeneolitikum, Kupferzeit. Starinar 14(1939)'S. 132.; Koska M., Közl. 2(1942) S. 15-68.; Garasanin, M. V., Schaftlochäxte aus Kupfer in den Sammlungen serbischer Museen. BRGK 34 (1951—53) S. 11—16. 6 Banner ]., Die Péceler Kultur. AH 35(Bp. 1956) S. 136. s. Verbreitungskarte. 7 Patay P., Frühkupferzeitliche Kulturen in Ungarn. DissPann II. 13. (Bp. 1938) S. 23. siehe noch: Csalog ]., Arch. Ért. 1941. S. 6 — 14. 8 Mozsolics A., FA 5 (1944) S. 46. 9 Csalog /., а. а. О. Taf. V. 24. 1 0 ebenda Taf. V. 13.

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