Folia archeologica 12.

A. Salamon-Gy. Török: Funde von No-Ungarn aus der Römerzeit

158 A. Salamon— Gy. Török aus dem Material des Burgus von Nógrádverőce. 3 4 Die zwei Bodenfragmente, die wir im Szilvásvárader Grab gefunden haben (das eine auf Taf. XXVIII, 2. Nr. 48. dargestellt), sind ebenso durch senkrechte Fingereinziehungen ge­gliedert, wie im Falle von Nógrádverőce. Was die eigenartige Rillung der Bearbeitung betrifft, werfen wir den Gedanken auf, dass die Rillung mit der Hand eventuell eine bewusste Nachahnung der Einglättungen auf Keramik, oder einfach von der Herstellungstechnik bedingt war. Jedenfalls bilden diese gerillten Gefässe — obwohl unsere erste Annahme auch nicht zu bewei­sen ist — eine gut zu umschreibende Gruppe der rohen Keramik des 4. Jhs., zu der auch ein einhenkeliger Krug des spätrömerzeitlichen Gräberfeldes von Pilismarót gehört, 3 5 ferner jenes grobe Gefässfragment aus Nógrádverőce, an dem nur am kurzen Hals senkrechte Fingereinziehungen zu beobachten sind. 36 Wir kennen diese spätkaiserzeitliche rohe Keramik aus authentisch erschlossenen Materialen aus dem Inneren der Provinz wohl nicht, 3 7 ebenso ist sie auch im sarmatischen Material unbekannt. 3 8 Die hier beschriebenen Typen der rohen Keramik gehören sowohl im Ózder, 3 9 als auch im Ockover 4 0 Material zur Spätpe­riode. Alföldi rechnet dieser hier besprochenen Keramikgruppe noch ein braunes poliertes Gefäss zu, das innen durch mit der Hand gearbeitete schräge, tiefe Rillen gegliedert ist. 4 1 Im Material von Nógrádverőce, das mit Leányfalu gleich­altrig ist, finden wir ein ebensolches Fragment einer dunkelgrauen tiefen Schüs­sel. 4 2 Ein analoges, bloss reicher ausgestattetes Stück zu jener Schüssel aus Ózd, die den Leittypus darstellt, entdeckte M. Párducz im Material des Fürsten­grabes von Hassleben. 4 3 Auf die Zusammenhänge dieser Gefässgruppe weist auch der Umstand hin, dass eine Gefässbeigabe von Grab 1 im Hasslebener Gräberfeld 4 4 mit den Leányfaluer und Nógrádverőceer schräg gerillten Ge­fässen verwandt ist. Es wurde bereits öfters auf die grosse sogenannte Renais­sance der illyrisch-keltischen Kultur im 4. Jh. hingewiesen, die sowohl in der Metallkunst als auch in der Keramik von Südrussland bis zu den west­lichen Provinzen einen besonderen Stil zustande brachte. 4 5 Die vom nördli­chen Randgebiet der Grossen Ungarischen Tiefebene bisher bekannten archäo­3 4 BarkócziL., FA 12(1960) Taf. XXVI. 3—4. Über den burgus von Nógrádverőce erstattete der Ausgräber, 1. Paulovits , nur einen vorläufigen Bericht, Arch. Ért. 47(1934) S. 158 ff.; das ganze Ausgrabungsmaterial ist im Museum zu Balassagyarmat, teilweise unveröffentlicht. Einen Teil des Materials haben wir schon bearbeitet: Der Eisenfundkomplex von Budakalász, Leányfalu und Nógrádverőce, Manuskript. Über die Zeit des Baus und des Bestehens des burgus teilen wir Mócsys Meinung, FA 10(1958) S. 98. ff. 3 5 Barkóéi L., FA 12(1960) S. 114, Grab. 5. No. 3. Abb. 31. 3. 3 8 S. Anm. 34. 3 7 B. Kuzsinszky publiziert aus dem Material der römischen Töpfersiedlung bei der Gas­fabrik zwei grobe Gefässe mit Wellenlinienbündeln bzw. mit „nach unten gezogenen parallelen Linien verziert". Beide datiert er auf das Ende des 4. Jhs. BpR 11(1932) S. 348, Abb. 354, 4 und 358, 3. 3 8 Dank der frdl. mündlichen Mitteilung von M. Párducz. 3 9 Párducz, Ózd, S. 33. 4 0 Kölnik , Г., Ein Urnengräberfeld aus der spätrömischen Kaiserzeit und vom Anfang der Völkerwanderungszeit in Ockov bei Piesiany, SA 4(1956) Abb. 19, Stufe 2. Phase III. S. 287. 4 1 Alföldi А., а. а. О. Taf. XXX, 5. 4 2 S. Anm. 34. 4 3 Párduc^, Ózd, S. 32. 4 4 Schulz, И 7-. Da s Fürstengrab von Hassleben RgF 7. (Leipzig 1933) S. 13. Taf. 14., 13. 4 5 Alföldi A., NK 28-29(1929-1930) S. 19. III. Teil.

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