Folia archeologica 11.
Á. Salamon: Sarmatische Funde in Ócsa
88 A. Salamon braucht sind, die späteste Münze die des Geta ist. 7 8 Ein Beilanhänger aus dem Fund und eine provinzialrömische T-Fibel, der aus Ocsa ähnlich, gestatten eine Datierung auf die zweite Hälfte des 3. Jhs. Aus dem Gräberfeld von Szeged-Öthalom publizierte L. Huszár außer einer Münze der Faustina (Grab 4) und des Caracalla (198—217) (Grab 28) vom Ausgrabungsgebiet noch eine Kleinbronze des Maximianus Herculius (286—305). 7 9 Auf Grund des bisherigen können wir das Alter des Gräberfeldes von Ócsa und der anderen, als Analogien hier angeführten Gräberfelder von Traianus Decius an auf die zweite Hälfte des 3. Jhs., näher auf das letzte Drittel dieses Jahrhunderts und auf die ersten Jahrzehnte nach der Jahrhundertwende verlegen. Obwohl es in den meisten sarmatischen Gräberfeldern keine Münzen gibt, zeigt eine eingehende Untersuchung des archäologischen Materials, daß die Beilanhänger, Typus I. der Torques, die Ohrringe mit Karneolperlen und die neben den charakteristischen Perlentypen auftretenden kleinen Bernsteinperlen und melonenkernförmigen Glasperlen (?) eine Denkmalgruppe von solchem Typus ergeben, die sowohl von der früheren und unbedingt weiterlebenden Sarmato-Jazygen-Gruppe, wie auch von den späteren Gruppen abweicht, 8 0 und auf sarmatischem Gebiet innerhalb der zeitlichen Grenzen der Kiszombor-Ernőháza-Gruppe zu finden ist. 8 1 Die Kiszombor-Ernőháza-Gruppe wurde in der bisherigen Forschung einheitlich als Nachlaß der Sarmato-Jazygen betrachtet. 8 2 Probleme hinsichtlich des Erscheinens neuer völkischer Elemente wurden nur anhand späterer Gruppen und der Bevölkerungen der Tumulusbestattungen aufgeworfen. 8 3 Im Karpatenbecken ist aber seit Septimius Severus eine ständige ethnische Fluktuation zu beobachten, deren treibende Kraft die Wanderung der Gothen außerhalb des Bogens der Karpaten war. 8 4 Die charakteristischen Stücke der materiellen Kultur des neuen Volkshaufens weisen ebenfalls auf östliche und südliche Verbindungen hin, so daß wir annehmen können, daß er noch vor der Aufgabe Daziens, anhand der Volksbewegungen, die vorzüglich unter Gallienus stattfanden, auf das Gebiet des heutigen Ungarn geraten sein mochte. 8 5 Die Lokalisation der Fundorte — von Temes an, dem linken Ufer der Theiß entlang nach Norden — deutet eine Einströmung durch das Eiserne Tor an, da sie jedoch zugleich sehr weit verstreut sind, ' 8 Den., а. а. O. 154. 7 9 Varázséji G., а. а. О. 326—327.; Huszár L., Acta Arch. Hung. 5 (1954—55) 95. 8 0 Wir denken hier an die Gruppen Bajmók-Mórahalom bzw. Tápé-Malajdok. 8 1 Infolge der Gegebenheiten unseres Materials untersuchten wir in erster Linie die Bestandteile der Frauentracht und hatten daher keine Gelegenheit, zu einem Vergleich mit der Nordgruppe der Hügelgräberfelder; besser gesagt, die Untersuchung war anhand des Materials, das uns zur Verfügung steht, negativ. 8 2Párducz M., Sarmatenzeit III. 247.; Harmatta ]., MTA II. Oszt. Közi. (Mitt. d. II. Abt. d. Ung. Akad. d. Wiss.) 2 (1952) 222, 227.; Den., Arch. Ért. 77 (1950) 13—14.; Kovrig I., Arch. Ért. 80 (1953) 163; der Gedanke, daß innerhalb der Gruppe von Kiszombor-Ernőháza eine selbständige Gruppe bestehen könnte, erschien in Zusammenhang mit dem Material des spätrömischen Gräberfeldes von Fenékpuszta bereits bei Pekáry T., Arch. Ért. 82 (1955) 28. 8 3 Párducz M., Sarmatenzeit III. 258—259.; Kovrig I., Arch. Ért. 80 (1953) 163. 8 4 Barkóczi L., Die Grundzüge der Geschichte von Intercisa. Intercisa II. AH 36. (Bp. 1957) 522 ff. 8 5 Alföldi A., EPhK 54—55 (1930—31) 1—20, 81—95.