Folia archeologica 11.
Fitz Jenő: A langobárd — obius betörés i. sz. 166/167-ben
72 J • Fi'Z Die Garnisonen der südlich der Drau liegenden Lager (Teutoburgium — Burgenae) konnten in Anbetracht der großen Entfernung diesen Feldzug nicht mitmachen. Die Auxilien von Rittium und Burgenae sind vermutlich beim Zurückwerfen des dakischen Angriffs verwendet worden. 2 2 Andrerseits sehen wir wieder, daß nördlich der Linie bei Kálóz nur in den alae Abrüstungen vorgenommen wurden, keine fanden aber in den Kohorten von Vetus Sahna und Intercisa statt. Südlich der Linie Kálóz gerade das Gegenteil der Fall: das Diplom zählt alle Kohorten auf, während die ala von Alta Ripa in der Aufzählung fehlt. Aus dem Bericht des Dio Cassius wissen wir, daß in diesem Feldzug auf römischer Seite eine Kelter und eincFufyarmee teilgenommen haben. In Anbetracht der geographischen Lage von Kálóz können wir nur annehmen, daß ein Heer vom Norden nach Süden und ein anderes vom Süden nach Norden zog. Der Befehlshaber des berittenen Heeres, M. Macrininius Vindex war der Anführer einer ala Nordpannoniens, folglich konnte die Reiterei nur das vom Norden haranziehende Heer gewesen sein. Die im Diplom nicht erwähnten Kohorten befanden sich somit im Aufmarschgebiet der Reiterei, während die im Diplom fehlenden Reiterabteilungen im Aufmarschgebiet der Fuß truppén stationnierten. Die geschichtlichen Tatsachen können wir somit etwa folgendermaßen rekonstruieren: die über der Donau, östlich von Brigetio unerwartet in Pannonién einfallenden Langobarden und Obier dürften unbehindert in südlicher Richtung gegen Sopianae vorgedrungen sein. Ein aus den Reiterabteilungen an der nördlichen Front schnell zusammengezogenes berittenes Heer nahm die Verfolgung der Barbaren auf; diesem berittenen Heer schloßen sich auch die Reiterabteilungen von Campona und Matrica an. Gleichzeitig zog eine aus Kohorten gebildete Fußarmee aus dem südlichen Teil der Provinz in nördliche Richtung. Der Zusammenprall muß laut den Zeugnissen der beiden Reitergräber und des Diploms irgendwo in der Nähe von Kálóz stattgefunden haben. Die Zusammensetzung des Fußheeres kann durch das Diplom als gegeben betrachtet werden: alle hier angeführten neuen Kohorten nahmen am Feldzug teil. In der Reiterarmee dürften neben den erwähnten zwei alae aus Unterpannonien auch noch mehrere Hilfstruppen an der nördlichen Front anwesend gewesen sein (ala I Ulpia contariorum < x > C. R; (Arrabona), ala I Hispanorum Aravacorum (Brigetio?), ala III Augusta Thracum sag. (Azaum?) und ala I Thracum victrix. Die Stärke der Reiterarmee betrug auch samt den Formationen Unterpannoniens nicht über 4000 Mann, während das Fußvolk (jede cohors bestand aus 500 Mann) auf höchstens 4500 geschätzt werden kann. Von den zwei Befehlshabern der beiden römischen Heere haben wir über die Laufbahn des M. Macrinius Avitus dank seinem Grabstein 3 0 ausführliche Kenntnis. Dagegen ist in der wissenschaftlichen Literatur die Frage offen geblieben, welche der oberpannonischen alae zum Zeitpunkt des Langobardenangriffs von ihm befehligt wurde, und ob etwa nicht gar beide unter seinem Kommando gestanden sind 3 3" 3 5? Die Revision der Geschichte der ala III Augusta Thracum im 2. Jahrhundert entscheidet unseres Erachtens diese Frage. Wagner meint, daß die Ala nur bis 149/150, als sie zur Unterdrückung des Maurenaufstandes anderswo gebraucht wurde, zusam-