Folia archeologica 11.

Temesváry Ferenc: Egy magyar puskaműves család élete és működése

Leben und Tätigkeit einer ung. Biichsenmacherfamilie 227 Während der Periode der Familientätigkeit wurden hauptsächlich Damas­zenerläufe erzeugt. Die wichtigste Periode hinsichtlich der Bestimmung der Waffen beginnt nach 1872. Nach der Vereinigung von Pest und Buda verschwindet nämlich die Aufschrift „Pesten" (= in Pest) von den Waffen und an ihre Stelle tritt die neue Aufschrift „Kirner József Budapesten" (= Joseph Kirner in Budapest). Georg Kirner verwendete bereits Züge im Lauf der Büchse; in der Zeit der Firma „Kirner és Fija" ist jedoch für die Pistole der glatte Lauf charak­teristisch. Das gestrichene Korn wurde von Georg Kirner schon seit Anfang des Jahrhunderts angewendet, der Kornfuss aber noch teils aufgelötet und nicht aufgekeilt. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts finden schon die modernsten verstellbaren Visiere Anwendung. Die Familie Kirner erzeugt beide Gruppen von Schrotflinten, das heisst Flinten mit gleichen Bohrungsdurchmessern und solche mit choked Bohrung. Die Meister der Kirner Familie achteten stets mit grösster Präzision auf die Wahl der Laflänge und deren entsprechende Laufweite. Die noch in Buda hergestellten Pistolen Georg Kirners sind vollgeschäftet, nach seiner Übersiedlung nach Pest wird aber der kurze Schaft dominierend. Als Schaftmaterial wurde Palisander, Nuss, Ebenholz, Birnholz und Ahorn verwendet, je nach Wunsch des Bestellers. Das Schloss der Kirner-Büchsen zeigt zwar mehrere Varianten, es ist indessen kein wesentlicher Unterschied in der Konstruktion der einzelnen Typen zu finden. Die Abzugsvorrichtungen wurden, wie die Schlösser, in mehreren Vari­anten hergestellt. Die Büchsen beweisen, dass man sie sowohl mit einem Ab­zug als auch mit zwei Abzügen herstellte. Ein Teil der mit zwei Abzügen versehenen Büchsen verfügt über zwei Schlösser, während die mit einem Schloss, jedoch mit zwei Abzügen versehenen Büchsen auf die Schneller­vorrichtung weisen, die auch in Ungarn schon Verbreitung gefunden hatte. Zwei Varianten derselben waren in Gebrauch: die französische mit einem einzigen Abzug und die deutsche mit zwei. Die Untersuchungen des Büchsennachlasses der Familie Kirner ist noch bei weitem nicht als abgeschlossen anzusehen. Es sind noch andere Meister­werke der Familie, wie die Trommelrevolver, sowie das Wesentliche an den Erfindungen Joseph Kirners d. Ä in ein helleres Licht zu setzten. Auch die Schlüsselbüchsen Georg Kirners dürfen nicht übergangen werden, soll nach der Bearbeitung des ganzen Archivmaterials ein einheitliche­res Bild über die in ganz Europa wohl bekannte und geschätzte Büchsenmacher­familie des XIX. Jahrhunderts gegeben werden.

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