Folia archeologica 10.

L. Huszár: Der Fricsacher-Pfennigfund von Nagykóny

DER FRIE SACHER-PFENNIGFUND VON NAGYKŐ NY Ungarn ist das reichste Fundgebiet für die Friesacher Pfennige, welche im XIII. Jahrhundert eine grosse Rolle spielten. Sie waren in Ungarn als Handelsmünzen bis um die Mitte des XIII. Jahrhunderts in Gebrauch und erfreuten sich grössten Volkstümlichkeit dank ihrer ständig gleichbleibenden Feinheit und Güte im Gegensatz zu den ungarischen Königsprägungen, welche infolge der jährlichen Münzerneuerung grosser Verschlechterung ver­fallen waren. Der Umlauf der Friesacher in Ungarn und ihr Einfluss auf die ungarische Münzprägung wurden von Bálint Hóman in seinem Werk über die Münzgeschichte der Arpadenzeit ausführlich behandelt. Das Corpus der Münzen wurde von Arnold Luschin zusammengestellt und nach ihm konnte, auf neuen Pfaden weiterforschend, Egon Baumgartner schöne Resultate erzielen, besonders was die Zeitordnung der Friesacher Pfennige, sowie die Bestimmung zahlreicher, aus dem Münzfund zutage gekommener Nach­prägungen oder sog. Grenzprägungen anbelangt. Das verlässlichste Material, das zur Erhellung so manchen mit den Friesacher Pfennigen verknüpften Probleme am meisten beitragen kann, ist vor allem durch die Fundzusammen­setzungen gegeben. Ihre Erforschung allein liefert die Grundlage, auf der sich das spätere endgültige System aufbauen können wird. Zuletzt tauchte vor etwa zehn Jahren (1949) in Ungarn ein grösserer, Friesacher Pfennige enthaltender Münzfund auf. Dieser, aus 1105 Stücken und mit Ausnahme von 3 Kölner Pfennigen aus lauter Friesachern bestehende Fund, kam in der Gemarkung der Gemeinde Nagykóny (Komitat Tolna) zum Vorschein. Wir bearbeiteten den Fund seinerzeit noch nach dem Corpus von Luschin, es fanden sich indessen zahlreiche Exemplare in ihm, die trotz identischen Rückseitentypen, von dem von Luschin mitgeteilten Grundtvpus dennoch bedeutend abwichen. Der verstorbene Egon Baumgartner, der treffliche Forscher der Friesacher Pfennige, untersuchte die Gipsabdrücke dieser eigenartigen Exemplare und teilte uns die Ergebnisse seiner Unter­suchung schriftlich mit. Wegen der Wichtigkeit, welche die Fundzusammen­setzungen für die weitere Untersuchung der von den Friesacher Pfennigen aufgeworfenen Probleme haben, entschlossen wir uns, unsere Fundbearbeitung, durch die Baumgartner mitgeteilten speziellen Feststellungen ergänzt, zu veröffentlichen. Schade wäre es nämlich, würden diese Feststellungen, die auch der gegenwärtigen Fundbearbeitung sicherlich einen besonderen Wert ver­leihen, nicht festgehalten. Die Mitteilung des Fundmaterials erfolgt nach den laufenden Nummern des Corpus, wobei innerhalb der einzelnen Reverstypen die besonderen Feststellun цеп Baumgartners in Anführungszeichen und wörtlich wiedergegeben werden.

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