Folia archeologica 10.

A. Cs. Sós. Das frühawarenzeitliche Gräberfeld von Oroszlány

112 A. Cs. Sós Gefäss III. Bei der Abdeckung eines nach NW-SO orientierten, bei den Erdarbeiten ausgelassenen Feldstreifens fand sich ein handgemachtes Tonge­fäss, das in einer zylindrischen Grube mit einem Durchmesser von 70 cm stand. Die Grube lag in einer Tiefe von 65 cm. Das Gefäss war in einer Tiefe von 103 cm. In der Grube waren weder Knochenreste noch Brandspuren zu beobachten. Neben dem Gefäss fanden wir einen kleinen, aus rundem Bronze­draht verfertigten runden Ohrring. Die Höhe des Gefässes: 17,7 cm, Mdg: 9 cm, Stfl: 6,2 cm (T. XVII. 5. und Abb. 23, 10.). Grobe Wellenlinienver­zierung. Gefäss IV. Während der Hochdruckwassererdarbeiten wurde an der südlichen Front des aufgeschlossenen Gebietes ein 1 m breiter Schnitt sicher­heitshalber provisorisch aufgelassen. Aus diesen Graben kam in einer Tiefe von 200 cm, beinahe auf einer Höhe mit Grab 3, ein handgeformtes Tongefäss zum Vorschein. H: 14 cm, Mdg: 9,8 cm, Stfl: 6,4 cm (T. XVII. 2. und Abb. 23, 6.). In der Nähe waren keine Knochenreste, die Erde zeigte keine Brandspuren. Die Mehrheit der Gräber zeigt ein einheitliches Bild in der Bestattungs­form, sie enthalten Skelette in gestreckter Lage (mit Ausnahme eines Grabes ohne Beigaben, bei dem man aus den Resten auf eine hockende Lage schliessen kann), ihre Orientierungen sind annähernd W-O, Abweichungen zeigen sich hauptsächlich nach NW-SO. Genau NW-SO orientiert sind nur die Ske­lette No 4 und 11. Ein Skelett lag in entgegengesetzter SO-NW Orientierung (Grab 18). Die Tiefen der Gräber sind nicht gleich, dies hängt aber nach den Beobachtungen mit der gegenwärtigen Oberflächengestaltung zusammen. Die Skelette erscheinen nämlich in der unteren Sandschicht in kleineren oder grö­sseren Gruben: diese Sandschicht wurde durch die obere Humusschicht, in­folge der Abnutzung des Hügels, beziehungsweise der Erdablagerung, un­gleichmässig überdeckt. Die Tiefenunterschiede stehen mit den Unterschieden im Fundmaterial und in der Orientierung in keinem Zusammenhang. Die allgemeine Form der Grabgruben zeigt ein längliches Viereck, mit abgerun­deten Ecken. Die Beobachtungen über die Bestattungsriten wurden durch den beraubten Zustand der Gräber stark behindert, soviel konnte man jedoch feststellen, dass das Tongefäss eine regelmässige Beigabe ist (auf die Bedeu­tung der innerhalb und ausserhalb der Gräber gefundenen Keramik kommen wir noch zurück). Tierknochen wurden nur in den Gräbern 1 und 7 gefunden. Auf einen Sarg hinweisende Spuren konnten nicht beobachtet werden. Bevor wir über den historischen Wert des aufgedeckten Gräberfeldteiles sprechen, müssen wir uns mit drei Eimerresten eingehender beschäftigen. Die Beobachtungen bei der Ausgrabung und die erhaltenen Reste ermög­lichten eine gute Wiederherstellung der Eimer, was bei unseren bisherigen frühawarenzeitlichen Funden nicht möglich war. Wiederherstellung des Eimers von Grab 4 (Abb. 16.). Die Enden des aus rundem Bronzedraht gefertigten Bügels sind in je einen Haken mit trapez­förmiger Attasche eingehängt. Auf der Innenfläche des einen weist ein Holz­rest darauf hin, dass die Attasche unmittelbar an der äusseren Seite der Mün­dung befestigt wurde. Ein anderer erhaltener Holzrest passt zu dem vorigen, er trägt Patinaspuren, die daraufhinweisen, dass einer der verzierten Reifen (silbern, die Verzierung ist getrieben, Breite 2,5 cm) die Attaschen umfassend

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