Folia archeologica 6. (1954)

Idegen nyelvű kivonatok

212 A. Mihalik: Die Anfänge der ungarischen Porzel­lanfabrikation. Die Österreichische Regierung sicherte der Wiener Kaiserlichen Porzellanfabrik monopolistische Rechte. Auch in dieser Hinsicht gelangte Ungarn in ein koloniales Abhängigkeitsverhältnis Österreich gegen­über. Es gab keinen Ausweg, da die ungarischen Versuche sofort erstickt wurden und die Wachsamkeit Österreichs keine Grenzen kannte. In den siebziger Jahrendes XVIII. Jahrhunderts begann Tódor Batthyány Porzellan herzu­stellen, doch wurde seine Ware vernichtet und der Meister der Werkstatt bestraft. Ende des XVIII. Jahrhunderts wurde die monopolistische Allein­herschaft Österreichs gebrochen : in Böhmen ging man mutig an die Unter­nehmung und es gelang böhmisches Porzellan herzustellen. In Ungarn blieb die Lage unverändert bis man in der Hegyköz-Gegend der Gebirgskette von Eperjes—Tokaj durch Zufall auf Kaolin stiess. Auch die Aufmerksamkeit des Besitzers der Domänen von Sárospatak und Regécz, Fürst Ferdinand Bre­czenheim, wurde auf das Vorkommen des seltenen Rohmaterials gelenkt. Dieser Fund führte nach langen ergebnislosen Jahren zur Entstehung des ungarischen Porzellans. Die ersten, im Jahre 1823 begonnenen Versuche führ­ten bald zu solchen Resultaten, dass schon im Jahre 1825 daran gedacht werden konnte, mit einem Kostenaufwand von 15 532 Gulden ein Gebäude des Meierhofs von Telkibánya für einen grösseren Betrieb umzubauen. Im Laufe der Jahre wurde mit grossen Anlagekosten der Betrieb zu einer moder­nen Fabrik ausgebaut. Ende des Jahres 1829 übernahm die Leitung der Fabrik Mathias Hüttner als Direktor, der auch sein eigenes Kapital inves­tierte. Die Erzeugnisse der Fabrik wurden aber weiter mit dem Prädikat des fürstlichen Besitzers bezeichnet. Bis jetzt war der Name von Mathias Hüttner in der Geschichte des ungarischen Porzellans unbekannt. Es ist kaum feststellbar, wo er zuerst tätig war, nur kann mit grosser Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass er in Schlaggenwald gearbeitet hat. Breczenheim bemühte sich, die Fabrik planmässig so auszubauen, dass die erste ungarische Porzellanfabrik nicht zum Epigon der Wiener Fabrik und der böhmischen Werkstätten herabsinke. Es wurden Gefässe in chinesischem Stil, Töpfe in meissener Art und Krüge türkischer Fprm hergestellt. Im Jahre 1833 wurden Musterstücke in England bestellt und im Jahre 1834 aus dem Königreich Sizilien etruskische Gefässe und andere Modelle beschafft, damit der Betrieb über gute Vorlagen ausserhalb der Absatzgrenzen Österreichs und Böhmens verfüge. Die Leiter wollten die prachtvolle Kunst des Porzellans möglichst vielseitig und formenreich gestalten. Daneben wurde auch dem ungarischen Geschmack Rechnung getragen. In der Fabrik von Telkibánya entwickelte sich eine alle Ansprüche befriedigende Porzellankunst. Die For­men und die künstlerischen Bestrebungen schmolzen in den Erzeugnissen zu harmonischen Einheiten zusammen. Margit Hegedűs, Erinneru ngeneinesWerkm eiste rs der Herender Porzellanfabrik. Karl Ullrich, dessen Erinnerungen wir veröffentlichen, war in den Jahren 1931 — 1944 Werkmeister der Porzellan­fabrik Im Herend, deren 115 jähriges Jubiläum wir in diesem Jahre feiern. Ullrich wurde im Jahre 1874 in Herend geboren. In den Jahren 1894—1901 arbeitete er in verschiedenen Porzellan- und Steingutfabriken in Deutschland, Böhmen und Österreich (Magdeburg, Karlsbad, Elbogen, Meyerhöfen,

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