Folia archeologica 6. (1954)

Idegen nyelvű kivonatok

212 St. Éri: Ofenkacheln von Kisvárd a. Gelegentlich einer Rettungsgrabung im Gebiete der mittelalterlichen Burg von Kisvárda (Kom. Szabolcs) kamen Bruchstücke von Ofenkacheln zum Vorschein, von denen der Autor eine charakteristische Gruppe beschreibt. Ihr Material ist ein ziemlich seltener weisser Lehm. Auch die Einheitlichkeit ihrer Verzierung lässt darauf schliessen, dass sie in einer und derselben, mit primitiver Tech­nik arbeitenden Werkstatt hergestellt wurden. Die Mehrzahl stammt laut eines Bruchstückes mit der Jahreszahl 1632 aus der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts. Diese Datierung wird durch historische Dokumente, die sich auf den Umbau der Burg beziehen, näher unterstützt. Ebensolche Bruch­stücke wurden auch bei der Grabung der sich in der Nähe befindlichen Burg von Sárospatak gefunden. Die eingehende Untersuchung der interessan­ten Bruchstücke ermöglichte Beobachtungen über die Herstellung und die Nachahmung der einzelnen Muster. Gisella Cenner-Wilhelmb: Egidius Sadeler's unga­rische Bidnisse Der aus den Niederlanden stammende Kupferstecher, Egidius Sadeler war ein nahmhafter Meister der deutschen Grafik des XVI — XVII. Jahrhunderts und zeichnete sich besonders im Porträtieren aus. Vom Jahre 1597 war er kaiserlicher Hofkupferstecher in Prag, wo er alle politisch hervorragende Persönlichkeiten des Habsburgerreiches abkonterfeite. Dieses Zeitalter ist iu der ungarischen Geschichte durch die Türkenkriege und Anfänge der nationalen Freiheitskämpfe bekannt. Egidius Sadeler stach drei Bildnisse der führenden ungarischen Persönlichkeiten, und zwar des Sigismund Báthory, Fürst von Siebenbürgen, des Georg Thurzó, Palatin von Ungarn und des Sigismund Forgáeh, ebenfalls Palatin. Das Porträt von Sigismund Báthory stammt aus dem Jahre 1597, als der junge Fürst in Prag von der Übergabe seines Reiches an die Habsburger verhandelte. Als Entstehungszeit des Kupfer­stichs kann der Monat März des Jahres gelten, da Sigismund Báthory am 4-ten desselben das goldene Vliess bekam, dessen Ordenszeichen er am Bilde schon trägt. Die Vorlage des Stiches ist uns in Prag in einer Zeichnung von 1597 erhalten, die das Porträt ohne allegorische Nebenfiguren zeigt, und zu dem die Inschriften des Blattes handschriftlich beigefügt sind. Die Authentizität dieses bärtigen Porträts wird von dem Stiche des Dominieus Custos im »Atriuni Heroicum« nach der Zeichnung des Joachim ab Ach bestreitigt, der den Herzog bartlos darstellt. Da Joachim ab Ach auch Hofmaler war, so können wir ver­muten, dass er den jungen Báthory während seiner wiederholten Prager Aufent­halten gesehen hat. Zur Lösung der Frage griffen wir zu den schriftlichen Quellen, die aber von der äusseren Erscheinung des Fürsten nur im allgemeinen Kennt­nis geben. Das Porträt Georg Thurzó's wurde laut Beglaubigung der Inschrift nach dem Leben gezeichnet. Das Entstehungsdatuni müssen wir zwischen den 24-sten Mai und den 21-sten Juli des Jahres 1607 setzen. Thurzö verweilte in diesen Monaten am Prager Hofe und verhandelte in ungarischen Angelegen­heiten mit Rudolf II. im Auftrage des Erzherzogs Mathias. Die Verhandlun­gen schlössen sich in betreff des Gesandten sehr günstig, da er vom Kaiser den Grafentitel erhielt. Der Kupferstich war im Zeitpunkt der Abreise von Thurzó schon beendet . Auch der Dargestellte fand es treffend und lebenstreu, da er ein Exemplar davon dem Briefe an seine Gattin beifügte. Das Bildnis des Sigismund Forgáeh enstand im Jahre 1615. Der Künstler hatte ein person-

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