Folia archeologica 3-4.
Alföldi András: Antik ábrázolások az euráziai lovaspásztorok kulturalkatának ismeretéhez
178 ALFÖLDI: ANTIKE DARSTELLUNGEN ZUR KENNTNIS DER KULTUR DER REITERHIRTEN durch Skythen vorführen, 1 4 ist zwar das Moment des Lasso-Werfens nicht abgebildet, nur die Zügelung und das Festbinden der Tiere durch Seile oder Riemen; doch würde der Stiel des Fangstabes in den Händen der Rossebändiger nicht fehlen, wenn er das Zubehör ihres Handwerks gewesen wäre. — Bei einem anderen iranischen Volke, bei den Sagartiern, beschreibt Herodot ebenfalls nur die Anwendung des aus Lederriemen geflochtenen Lassos (osioá) im Kampfe. 1 5 Auch bei den sarmatischen Stämmen finden wir keine andere Art der Wurfschlinge. Die Erzählung des Pomponius Mela, 1 6 dass bei gewissen Sarmaten die Männer zu Fuss kämpfen, während die Frauen beritten die Feinde mit Wurf seil (laqueis) überwältigen, deutet auf den Ideenkreis der Amazonensage. Ungezwungen schliesst hier die Zeichnung einer schönen attischen Pyxis an (Abb. 5), die um 460 v. Chr. entstanden ist und eine reitende Amazone darstellt, die einen kauernden griechischen Hopliten mit ihrem Fangstrick lahmzulegen trachtet. 1 7 — Auch Pausanias (1, 21, 8) schildert es, wie die Sarmaten ihre Lassos ( osiqú ) auf ihre Gegner schleudern, wie auch Valerius Flaccus den laqueus der Auchaten nennt, welchen er als «in der Luft herumirrenden Fesseln» (vaga vinculo,^ 1 8 geschickt kennzeichnet. Von den Iraniern hören wir noch von den Fangstrick-Trägern ( oeioocpÓQoi ) der Parther, die, nachdem ihnen der Seilwurf gelungen ist, ihr Pferd umkehrend den lahmgelegten Feind fortschleppen. 1 9 Auch die Alanen verstanden diese Kunst. 2 0 Dann spielt der Fangstrick auch bei den Helden von Firdusi eine grosse Rolle, 21 — es ist tatsächlich eine Nationalwaffe bei den Iraniern. 2 2 — Auch tief im Innerasien ist noch das Wurfseil anzutreffen, wie es z. B. ein Gemälde der Oase von Kutscha in Turkestan 1 4 Abbildungen z. B. bei E. H. Minns, Scythians and Greeks, 1913, 160 ff. 288. " Herod. 7, 85. " Mela 1, 19 (114). 1 7 D. M. Robinson, Amer. Journal of Archeology 34, 1930, 177 ff. 1 8 Valer. Flaccus, Argon. 6, 132—133. 1 9 Suidas, s. v. oelqú. Vgl. Moravcsik, a. O. 2 0 Fl. Josephus, bell. lud. 7, 249—250. Moravcsik, a. O. 2 1 Vgl. Th. Nöldeke, Geschichte der Perser und Araber zur Zeit der Sasaniden, aus der arabischen Chronik des Tabari übersetzt, 1879, 249, Anm. 1. 2 2 Th. Nöldeke, Grundriss der iranischen Philologie 2, 175. 4 zeigt, 2 3 — wie auch viele andere Dokumente. 2 4 — Nicht uninteressant ist es, dass die Völker, die die siegreiche Kriegstechnik der Reiternomaden nachgeahmt haben, damit auch das LassoWerfen erlernten; so kommt dies zu den Goten, — wie es schon Moravcsik erkannt hat. 2 5 So ist es klar, dass bei den Türken, Iraniern und anderen Steppenvölkern sowohl für den Tierfang, wie auch im Kriege der einfache Seil-Lasso gebräuchlich gewesen ist. Nun ist bei den Mongolen für die Bändigung ihrer Rosse umgekehrt der Fangstab allgemein benützt gewesen. So ist schon der Gegenstand des chinesischen Gemäldes Abb. 3 das Treiben der Mongolen auf der Steppe. Man findet aber auch viele Angaben dafür in den Reisewerken über die verschiedenen Mongolenstämme, — aucn in den ganz neuen Reisebüchern, wie es aus den Notizen hervorgeht, die Herr B. Gunda mir gütig zu Verfügung gestellt hat. 2 6 — Man hat daher den Eindruck, dass die grosse Verbreitung des Stab-Lassos im Westen erst durch die Eroberungen der Mongolen bedingt und sein Auftreten bei Türkvölkern also nur sekundär ist. Bei den letzteren ist dieses Werkzeug z. B. in der Epik der südsibirischen Türkenstämme 2 7 zu belegen, ferner bei den Kirgisen 2 8 und sonst. Doch hat der Fangstab auch bei anderen Völkern Eingang gefunden: bei kaukasischen Völkerschaften, 2 9 bei den Baschkiren 3 0 und anderen 31 eurasischen Völkerschaften. 2 3 A. v. le Coq, Bilderatlas zur Kunst- und Kulturgeschichte Mittelasiens, 1925, Abb. 122 (vgl. S. 19). 2 4 Ein einziges Beispiel. Histoire générale de la Chine .. . traduite par . .. J.-A.-M. de Moyriac de Mailla 6, 1778, 169 (bei dem Volk der Ki-tan, Ende des 7. Jh. n. Chr). 2 6 Olympiod., frag. 17 Dind. Malalas, p. 364 Bonn. 2 6 P. S. Pallas, Sammlungen historischer Nachrichten über die mongolischen Völkerschaften 1, 1776, 117 und Taf. 2. B. Bergman, Nomadische Streifereien unter den Kalmükén in den Jahren 1802 und 1803, 1804, 106. J. Gilmour, Among the Mongols, 1882. M. Bökenkamp, Drei Epochen der Mongolei 1937, 237 usw. 2 7 W. Radioff, Proben der Volksliteratur der türkischen Stämme Südsibiriens 4, 1872, 90. 2 8 R. Karutz, Unter Kirgisen und Turkmänen, 1911, 53. Almássy Gy., Utazásom Ázsia szívébe, 1903, 393. (Hinweise von В. Gunda). 2 9 G. Buschan, Illustrierte Völkerkunde II, 2, 843 (Byhan). 3 0 G. Tagán, Néprajzi Múz. Értesítője 28, 1936, 121 ff. (Hinweis von В. Gunda). 3 1 Vgl. В. Gunda, Néprajzi Múz. Értesítője 30, 1938.