Folia archeologica 3-4.

Fettich Nándor: Antik hagyományok a régi pusztai népek kultúrájában

154 FETTICH: ANTIKES GUT IN SÜDRUSSLAND A Kettlach-kultúra emlékanyagának új felvétele­ken alapuló feldolgozása előreláthatólag a jövő év folyamán fog megjelenni Németországban. A Budapest többi kérdés felderítéséhez újabb eredeti kuta­tások, ezeken alapuló modern felvételezések és publikációk szükségesek. Fettich Nándor ANTIKES GUT IN DEN HINTERLASSENSCHAFTEN DER ALTEN SÜDRUSSISCHEN STEPPENVÖLKER Die Geschichte des Griechentums vom Pon­tusgebiet, steht von den Koloniengründungen im VII. Jh. v. Chr. an, in der ausgedehnten Fach­literatur seit langem im Vordergrund der wis­senschaftlichen Forschungen. Das Leben und die wichtigsten Ereignisse der Geschichte des kim­merischen Bosporus, von Olbia und anderen Kolonien sind ziemlich bekannt. Ihre kulturge­schichtliche Bedeutung wird aber erst augen­fällig, wenn ihre ungeheure Auswirkung auf das Leben der Völker der Steppenwelt und der angrenzenden Gebiete untersucht wird. Resultate ihrer umformenden Wirkungen haben selbst das Bestehen der Kolonialstädte lang überlebt. Die Entstehung der sog. mixhellenischen Kultur hat sich stufenweise vollzogen. In die Kolonien wurden erst barbarische Volkselemente aufgenommen, später gelangten die Kolonien in den Machtbereich lebensstarker Nomaden­staaten und fristeten ihr Leben unter den verän­derten Verhältnissen weiter. Daneben hat sich auch ein anderer Vorgang eingesetzt. Tief im Hinterland, an den Kreuzpunkten der Karawa­nenwege der Steppen, sind städteartige Sied­lungen entstanden. Dieselben haben sich im Gei­stes-und Wirtschaftsleben der Steppenvölker bald zu ausschlaggebenden Faktoren entwickelt. Die durch die Kolonien vermittelten griechischen Kulturelemente wurden an diesen Stätten gänz­lich umformt weitergebildet. Die kulturgeschicht­liche Bedeutung dieser Siedlungen besteht darin, dass sie in der kulturellen Entwicklung der Step­penvölker massgebend wurden. Viele Einzelheiten des nördlichen Vordrin­gens der griechischen Kultur verhüllen sich zur­zeit noch in Dunkelheit. Mit Hilfe des uns zur Verfügung stehenden reichen archäologischen Materials wird aber eine genauere Einsicht in die verwickelten Probleme dieses Prozesses er­möglicht. Die Entstehung der angeführten Siedlungs­stellen wurde teilweise durch geographische Fak­toren bestimmt. Vor allem ist es diesem Um­stände zu verdanken, dass die völkerwanderungs­zeitlichen Zentren gewöhnlich an denselben Stellen zu finden sind, wo auch die erste grosse Steppenkultur, die der Skythen, ihre wichtigsten Siedlungen gehabt hatte. Sind die wichtigsten Industrie- und Handelszentren im Südrussland des Altertums fast ausschliesslich die griechi­schen Kolonialstädte, so verschiebt sich ihre Tätigkeit gegen Ende des Zeitalters entlang der Karawanen- und Wasserwege ins Hinterland. Wurden die grossen Goldschätze der Goten von Südrussland in den grossen Werkstätten des bosporanischen Königreiches hergestellt, so las­sen sich die der Hunnen nur mehr vereinzelt aus denselben herleiten. Die Statistik der archäologischen Funde beweist, dass die Ex­pansion der hunnischen Kultur, ausgehend von der Pontusgegend, viel grössere Gebiete um­fasste, als die der südrussischen Goten. Die Si­tuation der Hunnenzeit erinnert uns vielmals an die der Skythenzeit. Es kann also von der Ent­stehung wichtiger Zentren erst seit den Hunnen­zeiten gesprochen werden. Die hunnenzeitlichen Zentren scheinen also die ersten Vorposten des Vordringens der griechischen Kultur nach Nor­den zu sein. Die Entstehung der hunnischen Kultur ge­hört zu den grössten Rätseln der alten Ge­schichte. Was die archäologische Hinterlassen­schaft anbelangt, weist sie volkommen die Merk­male der pontisch-mixhellenischen Kultur auf. Es sind keine innerasiatische Züge in ihr aufzufinden. Eine geschichtliche Verwertung dieses wertvollen Quellenmaterials ist die Aufgabe künftiger Arbeiten. Die Umrisslinien der inneren Verhältnisse im Hunnenreich wer­den sich aber schon auf Grund unserer jetzigen Materialkenntnisse immer klarer zeigen. Es han­delt sich hier um die erste wirkliche Reiterno­madenkultur seit den Skythenzeiten, die auf der Grundlage der pontischen Überlieferungen eine selbständige, in ihren Auswirkungen unüberseh­bar bedeutende Kunst zu schaffen vermochte. Alle

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