Esztergom Évlapjai 1979

Dr. Csiffáry Nándor: Martsa Alajos emlékére

Dr. Csiffáry Nándor: ZUM ANDENKEN AN ALAJOS MARTSA Am 15. April 1979 starb nach kurzem Leiden im Alter von 69 Jahren Alajos Martsa, Ehrenbürger von Esztergom, pensionierter Leiter der Stadtbibliothek „Babits Mihály". Er wurde in Pozsony geboren, absolvierte die Mittelschule in Esztergom, wurde zuerst Buchbinderlehrling, trat aber später bei einem Fotografen in die Lehre. Als Geselle arbeitete er in Makó, Budapest und Szeged, hier wurde er 1930—31 mit der kommunistischen Arbeiterbewegung bekannt. 1931 kehrte er nach Esztergom zurück. Der junge Mann hatte künstlerische Ambitionen, deshalb befriedigte ihn auch seine Arbeit nicht. Da trat im Jahre 1935 unerwartet ein Wendepunkt in seinem Leben ein: er bekam in Nordafrika, in Sousse (Tunesien) eine Stelle angeboten. Noch in demselben Jahr wurde er Mitglied der Tunesischen Kommunistischen Partei. Auf die Todesnachricht seiner Mutter kam er nach Hause und errichtete in der Stadt ein Fotoatelier. Durch seine hervorragende Arbeit wurde er alsbald mit den prominenten Persönlichkeiten des literarischen und künstlerischen Lebens bekannt, viele von ihnen wurden später seine besten Freunde. Nach Esztergom zurückgekehrt, bildete sich eine Gruppe illegaler Kommunisten um ihn, die nicht nur den Verfolgten ständig Hilfe leisteten, sondern auch mit den illegalen Kommunisten anderer Gruppen in Verbin­dung standen. Nach der Machtergreifung der Pfeilkreuzler am 15. Oktober 1944 zog er sich vor der Verhaftung in die Illegalität zurück. Die Befreiung des Landes erlebte er in Budapest, am 10. Februar 1945 wurde er Mitglied der Ungarischen Kommunistischen Partei. Einige Wochen später finden wir ihn wieder in Esztergom, wo er am Aufbau der kommunistischen Parteiorganisationen und der demokratischen Staatsordnung teilnahm. Im April 1945 wurde er Vizegespan des Komitates Esztergom — Komá­rom, seit dem 1. Juni 1945 arbeitete er fast zwei Jahre lang als Sekretär der Kommunistischen Partei. Zugleich wurde er auch Mitglied der Provi­sorischen Nationalversammlung. Am 1. Mai 1951 übernahm er die Leitung der Stadtbibliothek. Als Ergebnis seiner organisatorischen Fähigkeit wurde die Bibliothek bald zu einem wichtigen Mittelpunkt des kulturellen Lebens der Stadt. Das Aufbauen der neuen Stadtbibliothek ist teilweise auch sein Verdienst. Am 1. Januar 1973 trat er in Ruhestand, am poli­tischen Leben der Stadt nahm er aber auch weiterhin teil. Bis zu seinem Tode blieb er Mitglied des Stadtkomitees der USAP. Der Corvina—Verlag liess eine Sammlung seiner Kunstfotos 1977 in einem Album erscheinen. Seine wertvolle Arbeit wurde mehrmals ausgezeichnet, auch vom Stadt­rat wurden seine grossen Verdienste wiederholt anerkannt, 1973 hat man ihn zum Ehrenbürger von Esztergom gewählt. A. Martsa spielte bis zu seinen letzten Tagen eine bedeutende Rolle im Geistesleben der Stadt. Seine Tür stand allen offen, die für die Stadt, für die Kunst etwas tun mochten. An der Schlichtheit seiner Natur liess sich der tiefe Demokratismus seiner Persönlichkeit erkennen. Er war ein strenger Debatteur, ein Kämpfer für die Sache des Sozialismus und ein 187

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