Beke Margit [et al.]: Vitéz János emlékkönyv
Tartalom - Rezümék
KONSTANTIN VUKOV rekonstruktion des erzbischöflichen palastes vom 15. jahrhundert in esztergom Die neuesten archäologischen Entdeckungen (von Dr. István Horváth geführt) brachten so viele Einzelheiten und Daten, dass die Möglichkeit einer Rekonstruktion des in Ruinen stehenden, ehemaligen erzbischöflichen Palastes bestehen kann. Es ist gelungen den grossen Repräsentationssaal von einer Grundfläche von 17 x 47 M zu identifizieren, daneben ist es festzustellen, dass bedeutende Reste unter barockem Uberbau noch heute stehen. Die hypothetische Rekonstruktion gründet sich auf drei Quellen: 1. zeitgenössische Berichte und Darstellungen 2. die entdeckten Reste mit ausfürlicher Bestandaufnahme 3. Aufstellung der architektonischen Idee und die zeitgenössischen Beispielbauten in Europa. Dieses Palais ist von der Mitte des 15. Jahrhunderts vom Erzbischof Dénes Széchi, danach von Johannes Vitéz in Spätgotik ausgebaut, als eine Erweiterung des früheren königlichen Schlossses. In dem Repräsentationsflügel gab es den oben erwehnten grossen Saal mit einer riesigen Holztonnendecke. Vor diesem Saal lag ein freitragenden Korridor von Kragsteinen unterstützt, der sogenannte Loggia, der von Erkerbauten geteilt war. Diese Komposition ergänzt eine humanistische Kapelle mit der Darstellung der Propheten und Sybillen (ganz zerfallen um 1595). Die hier beschreibene Disposition des Palastes nimmt ihr Vorbild von dem Budaer Schloss des Königs Sigismund, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Sigismund schaffte seine Palastidee von europäischen Residenzen (wie in Avignon, Paris, Reims, Prag) und von Rathaussäle (wie in Nürnberg, Augsburg, Frankfurt, Köln). Die Meisten von dieser Residenzen und Saalbauten waren auch vom Erzbischof Kardinal Johannes Vitéz bekannt, und daneben sah er den ,,il Salone" zu Padova als Beispiel. Alle diese Denkmäler hatten eine tonnenförmige Dccke aus Holzkonstruktion, kasettirt und mit Rosetten verziert. Von dem grossen Prunksaal in Esztergom schrieb Stephan Gerlach der Äeltere in seinem Tagebuch von 1573: ,,. . . gleich dabey (Bei der Sybillen-Kapelle) ist ein grosser weiter Saal, oben mit einer vergtildeten Bühnen. . ." So beseteht die Rekonstruktion zeichnerisch aus drei Elementen, wie: 1. von bestimmten Bauteilen (Grundriss, Deckenniveaus, LoggiaKonstruktion, s.! Abb 34—37.) 2. von der Logik der Konstruktion (Holztonnendecke. Massenausdehnung des Baukörpers, s! Abb 40—41, 43). 3. von der Détailen der Analogien (Fassade, s! Abb. 42). Diese bilden den Grund eines Wiederaufbauentwurfes, der hoffentlich in den folgenden Jahren kommt. 178