Andrea Sommer-Mathis: Ergänzungsband 11. Die Tänzer am Wiener Hofe im Spiegel der Obersthofmeisteramtsakten und Hofparteienprotokolle bis 1740 (1992)

Andrea Sommer-Mathis OMeA Prot. 7 fol. 333v (1712 Oktober 24, Beilage zu Referat betr. Wieder­aufnahme des nach dem Tod Kaiser Josefs I. entlassenen Theaterperso­nals: Liste der Hoftänzer): Franz Joseph Selliers dient seit 1. August 1703 als Hoftänzer mit 360 Gulden jährlicher Besoldung. OMeA 13 fol. 444rv (1713 Januar 26, Kaiserliches Dekret betr. Wiederauf­nahme der Hoftänzer in den Hofstaat Kaiser Karls VI.): Wiederaufnahme Franz Joseph Selliers als fünfter Hoftänzer rückwirkend ab 1. Okto­ber 1711 mit 360 Gulden jährlicher Besoldung. OMeA 16 unfol. und OMeA Prot. 9 fol. 73v- 75r (1718 September 13, Refe­rat mit Resolution; Beilagen: Bittgesuch des Franz Joseph Seihers, Gut­achten des Hofmusikdirektors); OMeA Prot. 9 fol. 131r (1719 März 9, Be­scheid): Nach dem Tod des Hoftanzmeisters Claudius Appelshofer Bittgesuch um Besoldungs­verbesserung unter Verweis auf seine 21jährigen Dienste und seine große Familie. Positives Gutachten des Hofmusikdirektors und des Obersthofmeisters, der zu einer Gehaltserhöhung von 140 Gulden rät. Placet des Kaisers. Besoldungsverbesserung auf 500 Gulden im Jahr rückwirkend ab 1. Dezember 1718. OMeA Prot. 14 fol. 99v - lOOr (1733 April 21, Bescheid): Bittgesuch der Witwe des Franz Joseph Selliers, Anna Jacobina, um eine jährliche Gna­denpension. Trotz der Empfehlung des Hofmusikdirektors wird die Supplik abgelehnt, weil es nicht üblich sei, Witwen von Hoftänzem Pensionen zu gewähren, und um etwaige Präze- denzwirkungen zu vermeiden. OMeA 30 unfol. und OMeA Prot. 14 fol. 305r - 306v (1734 März 23, Referat mit Resolution, Nr. 17; Beilagen: präs. 1734 Januar 5, Bittgesuch der An­na Jacobina Seihers, Lit. A, Gutachten des Hofmusikdirektors); OMeA Prot. 14 fol. 343r (1734 Mai 12, Bescheid): Neuerlich Pensionsgesuch der Anna Jacobina Selliers in Anbetracht der 36jährigen Dienste ihres Mannes und „ihres armseeligen Standts“. Der Hofmusikdirektor rühmt die langjährigen, fleißigen Dienste des Franz Joseph Sel­liers und daß er „auch einer deren verständigsten in Componirten Ballen gewesen, vnd seine Besessene Virtü öfftermahls am tage geleget habe“. Da die kaiserliche „Clemenz gegen die Wittiben, dero von solcher art= vnd qualität gewesenen dienern, jed. zeit ganz ohnbeschränckt gewesen“, rät er zu einer einmaligen Abfertigung von 200 Gul­den. Der Obersthofmeister schließt sieh der Empfehlung an, weil „1. mö andurch diesen alt: erlebt= und kräncklichten Weib, Bey entgehung aller Consolation, ein über grosses Herzens Leyd zustossen, 2. dö diese, von graffen von Lamberg, eingerathene Summa von 200 fl. Semel pro Semper, keinen grossen Schaden dero aerario verursachen, vnd 3. tiö andurch der Verdienst ihres Ehemanns seehn allermildist recompensiret wurde“. Placet des Kaisers. 52

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