Andrea Sommer-Mathis: Ergänzungsband 11. Die Tänzer am Wiener Hofe im Spiegel der Obersthofmeisteramtsakten und Hofparteienprotokolle bis 1740 (1992)
Die Tänzer am Wiener Hofe des Johann Peter Riegler; präs. 1733 Januar 2, Lit. B, Gutachten des Hofmusikdirektors): Bewerbung um die durch den Tod des Simon Pietro della Motta frei gewordene Stelle des Hoftanzmeisters unter Verweis auf seine 40jährigen Dienste. Der Hofmusikdirektor empfiehlt Alexander Philebois. Der Obersthofmeister schließt sich trotz Nicht-Beachtens der Hierarchie diesem Urteil an. Karl VI. weist Johann Peter Biegler ab. OMeA 31 unfol. und OMeA Prot. 15 fol. 128v - 130r (1736 März 3, Referat, Nr. 4; Beilagen: präs. 1735 Mai 7, Bittgesuch des Johann Peter Riegler; Lit. A, Gutachten des Hofmusikdirektors): Nach dem Tod des ältesten Hoftänzers Franz Lang Bittgesuch Johann Peter Rieglers um eine Besoldungsverbesserung aus dem vakant gewordenen Salär des Verstorbenen. Der Hofmusikdirektor meint, Biegler könne mit seinem Gehalt von 500 Gulden „noch fehrerhin außlangen“. Der Obersthofmeister rät zur Aufteilung der Hälfte der ehemaligen Besoldung Langs unter die Hoftänzer und zur Einbehaltung der restlichen 300 Gulden. Johann Peter Riegler erhält im Gegensatz zu den anderen Hoftänzern keine Gehaltserhöhung. OMeA Prot. 17 fol. 83r - 84r (1741, Liste desjenigen Personals aus dem Oberststallmeisteramt, das nach dem Regierungsantritt Maria Theresias pensioniert wurde): Johann Peter Riegler, der im Februar 1741 pensioniert wird, „gebühret biß zum außtritt die, =nach der Neuen Norma Jährl-.n außgesezte Königbe Besoldung Pr. fl. 300, vom Ersten Jan. biß lezten Feb: d: a: mit fl. 50“. Aus dem Referat des Jahres 1697 geht hervor, daß die Schüler des jeweiligen Tanzmeisters auch in den Hofballetten Verwendung fanden, daneben aber auch, wenn eine größere Anzahl von Mitwirkenden erforderlich war, „Fremde“ herangezogen wurden. Das konnten Angehörige des Adels sein oder im Laufe des 17. Jahrhunderts immer mehr auch Berufstänzer, die am Kaiserhof nicht fest engagiert waren, sondern für ihre jeweiligen Auftritte bezahlt wurden. Demselben Referat ist auch zu entnehmen, wie sehr die Verantwortlichen Wert darauf legten, daß die Tänzer eine ordentliche Ausbildung erhielten, um qualifizierte Kräfte für das Wiener Ballett heranziehen zu können. Neben seiner Tätigkeit als Hoftänzer war Johann Peter Riegler als Edelknabentanzmeister beschäftigt und erhielt in Anbetracht dieser Funktion noch unter Maria Theresia als Pensionist vom Oberststallmeisteramt als der zuständigen Behörde eine finanzielle Unterstützung. Antonius V e r 1 e t, innerösterreichischer Landschaftstanzmeister 47