Andrea Sommer-Mathis: Ergänzungsband 11. Die Tänzer am Wiener Hofe im Spiegel der Obersthofmeisteramtsakten und Hofparteienprotokolle bis 1740 (1992)

Die Tänzer am Wiener Hofe OMeA 10 fol. 507v - 508r und OMeA Prot. 5 fol. 551r - 552r (1696 Oktober 20, Referat mit Resolution); OMeA 10 fol. 513rv und OMeA Prot. 5 fol. 552r (1696 Oktober 20, Bescheid): Bittgesuch um eine monatliche Besoldungsverbesserung, weil Bohr der Erzherzogin Maria Magdalena59) und auch der verstorbenen Maria Theresia60 61) Lauten- und Gitar­renunterricht gegeben, dafür aber nicht mehr als 10 Taler im Monat erhalten habe. Der Obersthofmeister referiert neuerlich, Bohr verdiene als Edelknabenlautenist 240 Gulden im Jahr, als Tänzer 210 und erhalte zusätzlich 10 Taler monatlich für den Unterricht der älteren Erzherzogin6'); mit einer Gesamtbesoldung von 630 Gulden kön­ne er zufrieden sein. Im äußersten Falle könne man noch 10 Gulden monatlich hinzu­fügen. Placet des Kaisers. Johann Andreas Bohr war in erster Linie als Edelknabenlautenist und Gitarrelehrer der Töchter Leopolds I. am Kaiserhof beschäftigt und nur nebenbei auch als Tänzer bei Komödienaufführungen tätig. Er erhielt daher im Vergleich zu den anderen Tänzern auch eine dementspre­chend geringere Besoldung. Johann Peter R i (e) g 1 e r (Vetter des Hoftänzers Andreas Maximilian Riegler), Hoftänzer (ab 1698), Edelknabentanzmeister (ab 1705) OMeA 10 fol. 540rv, OMeA 10 fol. 112r - 112v und OMeA Prot. 5 fol. 598v - 599v (1697 Juli 18, Referat mit Resolution); OMeA 10 fol. 541r, OMeA 10 fol. 112v- 113r und OMeA Prot. 5 fol. 599v (1698 Januar 10, Be­scheid): Bittgesuch um Aufnahme als Tänzerscholar unter Verweis darauf, daß er schon einige Male bei Komödienaufführungen bei Hof, auch in Anwesenheit des Kaisers, als Tänzer aufgetreten sei. Der Obersthofmeister berichtet, es habe in der Vergangenheit zumeist einen Tänzer­scholaren am Kaiserhof gegeben, „welcher mit Tanzen geholffen, weillen man sonsten frembde brauchen müessen“. Der Bittsteller habe angeblich Talent, werde sich wohl auch noch vervollkommnen, vor allem, wenn er bei Claudius Appelshofer in die Lehre ginge, „dan, wan man ia etwas auff einen Scholaren wendten will, so ist besßer daß er einem solchen gegeben werde, wo er waß lehrnen kan, vnd die vnkosten am besten an- gewendtet sein mögten“. Leopold I. nimmt Riegler mit 30 Gulden monatlicher Besoldung als Hoftänzer auf, „Weißen dießer Supplicant schon zimblich wohl danzet“; gleichzeitig solle er sich bei Claudius Appelshofer perfektionieren. OMeA 12 fol. 396v - 397r und OMeA Prot. 6 fol. 470v - 471r (1705 März 17, Referat mit Resolution); OMeA Prot. 6 fol. 474r (1705 April 15, Bescheid): 59) 1689-1743. 60) 1684-1696. 61) Erzherzogin Maria Josepha. 45

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