Ernst D. Petritsch: Ergänzungsband 10/1. Regesten der osmanischen Dokumente im Österreichischen Staatsarchiv. Band 1: 1480-1574 (1991)

Regesten

156 Ernst Dieter Petritsch Osman.-türk. Orig. (Ni§än 78 x 26 cm, Tinte gold und schwarz, Invocatio fehlt, Tugra mit Resten von Goldstaub; die 6. Zeile und das erste Wort der 7. Zeile sind mit Goldfarbe übermalt und mit schwarzer Tinte neu geschrieben; Vermerk auf der Rückseite on bes bin 'aded gurüs ki cem'en yüz bes bin aded gurus ki, d i- der einzusetzende Text der 6. Zeile): V. - Druck: Fekete Osmanisch-türkische Paläo­graphie n.13 (Faks., arab. Transkr., dt. Übers.); Schaendlinger Schreiben Süleymäns 1 94f n.33 (Faks., Transkr., dt. Übers.). - Reg.: Hammer Geschichte 9 380 n.560 (unter dem falschen Datum 971 red- scheb = 1564 Februar); Matuz Herrscherurkunden 131 n.725. Der ursprüngliche, übermalte Text der 6./7. Zeile lautete yigirmi bin (20.000) sikké fílürí ve on dort bin bes yüz seksen üg (14.583) 'aded gurus ki cem'en yüz dort bin iki yüz seksen/alti (104.286!) und wur­de ausgebessert durch yigirmi bin sikké fílüri ve on bes bin (15.000) 'aded gurus ki cem'en yüz bes bin (105.000)/temam. Die 60.000 Dukaten für den Sultan entsprachen zwei Jahresraten des Tributs. Maxi­milian betrachtete damit die aus der Regierungszeit seines Vaters verbliebene Schuld als beglichen (vgl. die Instruktion für Albert de Wijs, 1564 Oktober 27, in Turcica 19 Konv.l fol.l 19-128). 443 1565 Februar 22 - März 3, Konstantinopel 972 receb 21-30, Kostantiniye Süleymän I. an Botschafter MIkel (Michael Cernovic) Da Beylerbeyi Iskender Pascha von Büdin gemeldet hat, daß österreichische Truppen in Siebenbürgen eingedrungen seien und Tokaj belagern, hat der Gesandte sofort zur Pforte zurückzukehren. Maximilian II. ist darüber zu informieren, daß außer Bana (Na­gy Bánya) alle Burgen, die Johann Sigismund Zápolya eingenommen hat, (als ehemali­ge Güter Melchior Balassas) ohnedies zu Siebenbürgen gehörten. Das kaiserliche Heer ist unverzüglich abzuziehen, widrigenfalls Süleymän die nötigen Konsequenzen ziehen werde. Osman.-türk. Orig. (Hükm 55,5 x 21 cm, Tinte und Tugra mit Goldstaub, Invocatio fehlt, Adresse auf der Rückseite Pep elgisi Mikele): U; dt. Übers, (ö): Hungarica 91 Konv.l (1565 I—VII) fol.28f. - Druck: Schaendlinger Schreiben Süleymäns 2 57-59 n.39 (Faks., Transkr., mod. dt. Übers.). 444 1565 März 19, (Konstantinopel) Süleymän I. an Johann Sigismund Zápolya Erhebt massive Vorwürfe, den neu entflammten Krieg selbst verschuldet zu haben, indem er die Besitzungen Melchior Balassas, welche in den Frieden mit Ferdinand ein­bezogen waren, eigenmächtig okkupiert habe. Seinetwegen soll der mit Maximilian vereinbarte Frieden nicht aufs Spiel gesetzt werden. Wegen der treuen Dienste seines Vaters und um die deutschen Truppen an einem Vordringen auf siebenbürgisches, d.h. osmanisches Territorium zu hindern, wurden nun auch reguläre Truppen in Marsch ge­setzt. Befiehlt die Rückgabe aller widerrechtlich eroberten Orte, sobald auch die Deut­schen die von ihnen okkupierten Städte aufgeben. Lat. Übers, (ö Kopie, chiffriert mit Dechiffrierung, Beilage zum Bericht de Wijs’ von 1565 April 7): Turcica 19 Konv.4 (1565 IV-V) fol,14f.

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