Ernst D. Petritsch: Ergänzungsband 10/1. Regesten der osmanischen Dokumente im Österreichischen Staatsarchiv. Band 1: 1480-1574 (1991)
Regesten
Regesten der osmanischen Dokumente im Österreichischen Staatsarchiv 101 Süleyman I. an die braschowischen (Kronstädter), Wag (Vághy) Janusch, Gun (Kun) Steffan, Kendii Ferencz und andere siebenbürgische Adelige Beantwortet ein Schreiben, worin die Siebenbürger das Ausbleiben der Tributzahlung damit entschuldigten, daß infolge des Aufruhrs des Peter Petrovié, unterstützt durch Beylerbeyi (Käsim Pascha) von Temesvár und den Sancakbeyi von Solnok, keine Steuern einzutreiben gewesen wären; außerdem meldeten sie die Freilassung Keyväns und zweier weiterer Gefangener. Gibt bekannt, daß Siebenbürgen dem König Stephan (Johann Sigismund) verliehen wurde; den Befehl zur Rückkehr in sein Land überbringt ihm Pfortendolmetsch Mahmud Bey. Das Herrschaftssymbol, der Sancak (Standarte), wird durch Omcz Chaucz (Oru^ Qavu§) einstweilen dem Peter Petrovic ausgehändigt; diesem und dem König ist Treue und Gehorsam zu erweisen. (Wesir) Mehmed Pascha von Bosna, Beylerbeyi (Tuygun Pascha) von Budin, Beylerbeyi (Käsim Pascha) von Temesvár sowie die Wojwoden der Moldau (Alexandru Läpu§neanu) und der Walachei (Mircea Ciobanul) erhielten Befehl, Johann Sigismund notfalls zu Hilfe zu kommen. Lat. Übers, (ö Konz, mit Ergänzungen aus der lat. Übers, durch Mahmud ), dt. Übers, (ö): Turcica 10 Konv. 3 (1554 I-V) fol. 39-42. - Druck: Hurmuzaki Documente II/l 322f n. 297 (lat. Übers.). - Reg.: Matuz Herrscherurkunden 85 n. 372. 254 1554 März 6, Aleppo Süleyman I. an die Richter von Hermannstadt und Kronstadt Ordnet in dem durch Orucz Chaucz (Orug £avu§) überbrachten Befehlsschreiben an, Stephan als König im Land aufzunehmen und anzuerkennen. Falls sie sich ungehorsam erweisen sollten, wären sie am eigenen Verderben selbst schuld. Lat. Übers, (ö Kopie einer Ausfertigung durch Pfortendolmetsch Mahmud, datiert mensis Aprilis septima die), lat. Übers, (ö Konz.), dt. Übers, (ö): Turcica 10 Konv. 3 (1554 I-V) fol. 43^18. 255 1554 (März 6), Aleppo Süleyman I. an die siebenbürgischen Wojwoden Franz Kendi und Stephan Dobó und alle übrigen ungarischen und siebenbürgischen Adeligen und Untertanen Gleichlautender Befehl wie an die siebenbürgischen Adeligen (n. 253). Lat. Übers, (ö Kopie einer Ausfertigung durch Pfortendolmetsch Mahmud , datiert die septima mensis Aprilis, 2 Exemplare): Turcica 10 Konv. 3 (1554 I-V) fol. 49-52; lat. Übers, (ö Kopie, Beilage zum Bericht Verancsics’ - Zays von 1554 Mai 1); ebenda fol. 131-134. - Druck: Hurmuzaki Documente II/l 324f n. 299 (unter dem Datum 1554 April 7). - Reg.: Matuz Herrscherurkunden 85 n. 376. Die Datierung 1554 April 7 beruht offenbar auf einem Fehler des Pfortendolmetsch Mahmud. Spätestens am 19. April nämlich sind die Dolmetscher Mahmud und Ferhäd sowie Oru? £avu§ bereits in Konstantinopel eingetroffen: Bericht Zay’s und Verancsics’, 1554 April 19 (Turcica 10 Konv. 3 fol. 86-91), ed. Katona Historica critica 22 564-571. - Vgl. auch das Schreiben Süleymäns an Sigismund