Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)

VII. Kurzbiographien der Leiter der Kabinette, der Kabinettsdirektoren und der Sektionschefs - 2. Die Sektionschefs

374 geboren. Nach dem Studium der Rechte und der Staatswissenschaften trat er am 1. Juli 1866 als Konzeptsaspirant bei der ungarischen Statt­halterei in den Staatsdienst, wo er am 30. August 1866 zum Konzepts­praktikanten ernannt wurde. Am 21. Mai 1867 wurde er in das ungari­sche Ministerium des Inneren einberufen; hier erhielt er am 11. Septem­ber 1867 den Titel eines Ministerialkonzipisten. Am 27. November 1867 wurde König, der sich als. ausgezeichneter Beamter erwies, wirklicher Konzipist. Am 18. Dezember 1869 erhielt er den Titel eines Ministerial- sekretärs, am 16. Dezember des folgenden Jahres wurde er wirklicher Ministerialsekretär. Am 26. März 1872 wurde König als Kabinettskonzi­pist und Hof Sekretär in der Kabinettskanzlei angestellt. Am 21. Dezem­ber 1884 wurde er, der sich durch hervorragenden Pflichteifer und Ge­diegenheit seiner Kenntnisse auszeichnete und in die ungarischen Ge­schäfte ganz eingearbeitet war, ausnahmsweise zum Regierungsrat und Kabinettssekretär extra statum ernannt. 1894 erkrankte Hof rat Papay und es war anzunehmen, daß er durch längere Zeit seine Tätigkeit nicht werde aufnehmen können. Bei wiederholten Stellvertretungen hatte König sich als voll befähigt erwiesen, das ungarische Referat zu führen, und so wurde er nun beauftragt, Papay für längere Zeit zu vertreten und ihm am 18. August jenes Jahres der Titel und Charakter eines Hofrates ver­liehen. Auch als Papay wieder beschränkt dienstfähig wurde, mußte Kö­nig einen beträchtlichen Teil seiner Geschäfte versehen; während des durch die Milleniumsausstellung in Ungarn 1896 veranlaßten Aufenthal­tes Franz Josephs in Budapest war er außergewöhnlich beansprucht und erwies größte Umsicht. Es war daher eine Selbstverständlichkeit, daß ihm, als Papay am 6. Jänner 1897 starb, das ungarische Referat übertragen wurde. Ein Jahr später, am 10. Februar 1898, wurde er zum wirklichen Hofrat ernannt; am 26. Februar 1900 folgte die Ernennung zum Sek­tionschef. Am 22. November 1902 war König auch zum Greffier des St. Ste­phansordens ernannt worden. König war schon am 11. November in den ungarischen Adelsstand erhoben worden — es handelte sich um eine von dem pensionierten kinderlosen Major Karl König von Aradvár, einem Onkel Karls, erbetene Übertragung des Adelsstandes —; am 23. Juni 1904 fanden seine Verdienste durch die Verleihung des ungarischen Freiherren­standes ihre Anerkennung. Am 11. Oktober 1905 erlag König in Wien einem Lungenleiden 199). Géza Daruváry von Daruvár. Daruváry, unbekannt wo 1875 oder 1876 geboren, erwarb nach juridischen Studien, denen er an den Universitäten Leipzig und Budapest 1884 bis 1888 oblag, in Budapest den Doktorgrad. Nachdem er vom 5. Juli 1888 bis zum 5. Jänner 1889 199) Direktionsakten 6, 30/1872, 3/1881, 7/1884, 3/1887, 7/1894, 1/1897, 4/ 1900, 13/1904, 10/1905, Sep. 188/1902, corr. 317/1896, Diensttabelle in Direk­tionsakten, Fasz. 17, Nachruf in Wiener Zeitung Nr. 233 vom 11. 10. 1905, S. 2 f.

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