Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)

VII. Kurzbiographien der Leiter der Kabinette, der Kabinettsdirektoren und der Sektionschefs - 2. Die Sektionschefs

372 Ernst Freiherr Weber von Ebenhof. Weber wurde am 27. Mai 1858 in Prag geboren. Nachdem er am Schottengymnasium in Wien im Juli 1877 maturiert hatte, studierte er an der Universität Wien Jus und legte 1879 bis 1882 die drei Staatsprüfungen ab. Am 4. November 1881 trat er als Konzipient der Finanzprokuratur in Wien in den Staats­dienst. Am 16. April des folgenden Jahres wurde er als Konzeptsaspirant beim Ministerium des Äußeren und des kaiserlichen Hauses zugelassen und nach abgelegter Diplomatenprüfung am 16. Mai 1883 zum Konzepts­praktikanten ernannt. Im Ministerium wurde er zunächst im „Departe­ment für die Angelegenheiten des Allerhöchsten Kaiserhauses“, dann in jenem für kirchliche Agenden und zuletzt in der handelspolitischen Ab­teilung beschäftigt. Am 23. September 1886 aushilfsweise der Gesandt­schaft in Bukarest zugeteilt, wurde ihm am 23. März 1888 der Titel und Charakter eines Hof- und Ministerialkonzipisten 2. Klasse verliehen. 1889 wurde er besoldeter Gesandtschaftsattaché und erhielt am 24. April 1891 den Titel eines Legationssekretärs. Am 12. März 1893 wurde er zur Ge­sandtschaft in Bukarest versetzt. Am 23. Februar 1894 wurde er nach Wien einberufen, da seine Zuteilung zur Botschaft in Paris geplant war. Dazu kam es aber nicht. Sein Dekret war bereits ausgefertigt, da kam seine von ihm erbetene Einberufung in die Kabinettskanzlei. Am 11. April 1894 ernannte ihn der Kaiser zum Hof Sekretär und Kabinettskonzipi­sten; am 19. September 1901 verlieh er ihm den Titel und Charakter eines Sektionsrates; zum Sektionsrat ad personam ernannt wurde er am 17. Dezember 1904. Bald darauf, am 20. Februar 1905, rückte er in eine Kabinettssekretärsstelle ein. Schiessl hebt 1906, als ihm am 18. Dezember der Titel und Charakter eines Hofrates verliehen wurde, seine Begabung sowie den besonderen Fleiß und die Genauigkeit hervor, die Weber eigen sei, der speziell mit der Übernahme, Prüfung und Zuteilung des Einlaufes betraut sei und oft längere Zeit substituarisch zur Führung der Präsi­dial- und der Kabinettskassageschäfte verwendet werde. 1910 übernahm er jene endgültig. In diesem Jahre wurde er am 6. Oktober zum Hof rat ernannt. Seine außerordentliche Verwendbarkeit und Verläßlichkeit führ­te dazu, daß ihm am 24. Jänner 1913 der Titel und Charakter eines Sek­tionschefs verliehen wurde. Kaiser Karl zeichnete ihn am 23. Juni 1917 durch Verleihung der Würde eines Geheimen Rates aus. Am 1. Dezem­ber 1918 ist Weber in den Ruhestand getreten. Seit 19. Jänner 1895 be­kleidete Weber die Würde eines Truchsessen 196). Stefan von Papay. Papay wurde in Preßburg am 30. Juli 1827 geboren. Nach Absolvierung der Rechtsstudien und Ablegung der Advo­katenprüfung trat er am 29. November 1847 als Honorärpraktikant beim i»») Direktionsakten 3/1894, 1/1895, 12/1898, 11/1900, 16/1904, 2/1905, 15/1906, 15/1910, 13/1912, 5/1913, 18/1917, 41/1918, Admin. Registratur F 4/372.

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