Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)

VII. Kurzbiographien der Leiter der Kabinette, der Kabinettsdirektoren und der Sektionschefs - 1. Die Leiter der Kabinette und die Kabinettsdirektoren

342 11. Dezember 1744 die Landmannschaft in Kärnten und am 17. November 1745 jene in Niederösterreich erworben hatte, wurde er am 17. Juli 1748 in den erblichen erbländischen Freiherrnstand erhoben 24). Am 26. August 1751 beschloß der ungarische Reichstag, ihm das Inkolat zu verleihen 25 *). Koch, der am 24. April 1729 Maria Anna Schröffel zu einer mit mehreren Kindern gesegneten Ehe heimführte 2B), ist am 14. Februar 1763, Sechsund­sechzig Jahre alt, in Wien gestorben 27). Cornelius Ritter (seit 14. 12. 1765 Freiherr) von Mac N e n n y gehörte einem einst begüterten irländischen Geschlecht an; sein Vater Patricius ließ sich 1692 in Brüssel nieder, wo er — 2. November 1737 in den niederländischen Ritterstand erhoben — 1746 als geheimer Rat und Staatssekretär starb. Cornelius trat 1734 in die niederländische Staatskanzlei ein, aus der er 1743 als Sekretär zur niederländischen ober­sten Hofkanzlei nach Wien versetzt wurde. 1750 wurde er zum wirkli­chen Hofrat und ersten Sekretär oder Referendar ernannt, als welcher er das Generalreferat, die Kanzleidirektion und die Expedition führte. 1757 ging er als Staats- und Finanzrat abermals in die Niederlande, wo er sich im Finanzrat und in den Versammlungen des niederländischen Staatsrates bei häufigen Vertretungen des Trésorier Général hervortat. Zwei Jahre später berief ihn Kaiserin Maria Theresia nach Wien zu­rück, damit er einen Teil der Kabinettsgeschäfte, die Familienkorrespon­denz, übernehme. Nach Kochs Tod, mit Dekret vom 17. Februar 1763, wurde Nenny zum geheimen Kabinettssekretär ernannt28). Nenny war ein ungemein fleißiger, sachkundiger Arbeiter, der wohl auf Grund seiner Dienstleistung in der niederländischen Hofkanzlei eine geordnete Ge­schäftsgebarung hatte. Maria Theresia schätzte ihn als Arbeiter und als Mensch, wenn sie auch seinen Mangel an Verschwiegenheit kannte; vor allem aber wußte sie ihm dafür Dank, daß er ihr in mancher schweren Stunde Mut einzuflößen verstand. Aufrichtig hat sie „depuis trente ans lié avec lui d’une amitié particuliére“ seinen Tod betrauert29). Von Manchen wurde er als gewaltsame, eifersüchtige und intrigante Natur bezeichnet; inwieweit diese Urteile, wie etwa jenes des Grafen Philipp Cobenzl, persönliche Gründe beeinflußten, ist nicht zu sagen30). Nenny, dem wegen seiner Verdienste beim ungarischen Reichstag von 1764 das 24) StAI., Gratialregistratur. 25) Arneth, Maria Theresia nach dem siebenjähr. Krieg, S. 217 f. 26) Monatsblatt Adler, Bd. 5, S. 213, Bd. 8, S. 272. 27) Wiener Diarium Nr. 15 vom 19. 2. 28) Freiherrnstandsdiplom 14. 12. 1765 StAI., Gratialregistratur. OKA. De- kretenbuch, Heft 6, ZI. 298, Laenen, Le Ministére de Bottá d’Adorno. S. 53. 29) Arneth, Maria Theresia an Kinder und Freunde, Bd. 1, S. 349, Bd. 2, S. 3, Bd. 3, S. 210, Bd. 4, S. 315, Arneth, Maria Theresia, Bd. 2, S. 102f, Arneth et Geffroy, Marie Antoinette, Bd. 2, S. 421. 30) Arneth, Graf Philipp Cobenzl, S. 107, Wertheimer in Österr. Archiv, Bd. 62, S. 231.

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