Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)

VI. Die Angestellten - 4. Die Religionszugehörigkeit der Beamten

338 nende Beamte diente bis zu seinem Tod am 18. Mai 1901 69). 1901 wurde der Kroate Bezirksadjunkt Wenzeslaus Urpani in die Kabinetts­kanzlei aufgenommen, der bis 18. Mai 1912 in ihr diente 110). Am 4. Okto­ber 1907 wurde mit dem Ungarn Dr. Guido Steer de Csicso- pólyán noch ein kroatisch gut beherrschender Beamter gewonnen, der aber der Kanzlei schon am 15. November 1911 wieder verloren ging81). 1908 wurde der neben seiner serbokroatischen Muttersprache auch Italie­nisch vollkommen beherrschende Cyrill Kirigin einberufen. Er dien­te bis zum Zusammenbruch der Monarchiem). Am 18. Dezember 1912 trat der auch kroatisch beherrschende Emil Ott in den Dienst der Kanz­lei 13a). Als Ersatz für den am 18. Mai 1912 ausgeschiedenen Urpani wurde am 15. Juni 1912 der Serbe Marijan Mazuranic-Jankovic, der auch Italienisch beherrschte, einberufen 137). Die beiden Letztgenann­ten dienten gleichfalls bis ans Ende der Tätigkeit der Kabinettskanzlei. Der rumänischen Sprache, die auch in Teilen Ungarns ge­sprochen wurde, kundig waren der schon erwähnte Géza Marzso, vom 15. August 1886 bis 18. Mai 1901 in der Kabinettskanzlei tätig, und Rudolf Weiss, trotz seines deutschen Namens gleichfalls ungarischer Muttersprache, der seit 19. Juli 1913 bis zum Schluß in ihr diente 88). 4. Die Religionszugehörigkeit der Beamten Einer besonderen Beachtung wert ist auch das Religionsbekenntnis der Kabinettskanzleiangestellten. Es würde zu weitgehen die diesbezüg­liche Zugehörigkeit bei jedem Einzelnen festzustellen. Dies ist aber auch nicht notwendig, um das darzutun, worauf es ankommt, die vor­bildliche Toleranz der Apostolischen Majestät. Wir müssen uns mit dem bescheiden, was die Quellen des Kabinettsarchivs und der Hofarchive ge­ben und diese geben uns — und das auch nicht restlos — nur für die Zeit seit Kaiser Franz Joseph Aufschluß. Da zeigt sich nun, daß Kaiser Franz Joseph nicht nur Römisch-Katholische in seiner Kanzlei anstellte, sondern auch Andersgläubige. Wir finden Angehörige der griechisch-ka­tholischen Religion138), der griechisch-orientalischen Religion139), und der evangelischen Kirche A. B. 14°) und der reformierten Kirche 141). ia«) S. S. 333. 137) * 1882 Grizane bei Fiume, jur. pol. Studien in Agram, dort alle Staatsprüfungen, 4. 10. 1907 als Konzeptspraktikant in den kroatisch-slawoni- schen politischen Verwaltungsdienst getreten, zuletzt Bezirksadjunkt 2. Kl. in Susak, 15. 6. 1912 zur probeweisen Dienstleistung in die Kabinettskanzlei ein­berufen, 13. 7. 1912 Dienstantritt, 31. 10. 1913 Kabinettskonzipist u. Hofkonzipist 1. Kl., beeidet 6. 11. 1913, 3. 6. 1918 Hofsekretär, 30. 10. 1918 Titel u. Charakter Sektionsrat, 1. 12. 1918 dauernder Ruhestand. (Direktionsakten 16/1912, 20/1913, 9, 41, 42/1918). 138) Lewicki, der bis zum Hofrat mit dem Titel eines Sektionschefs aufstieg. 139) Demelic und Stojkovic. i4«) Lutsch. i«) Uray.

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