Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)
VI. Die Angestellten - 3. Die nationale Zugehörigkeit und die Sprachkenntnisse der Beamten
327 am 19. November 1914, wurde der Konzeptsadjunkt im ungarischen Mim- sterium des Inneren und damalige Obergespansekretär in Lőcse Dr. Stefan Baron Kray zur Dienstleistung einberufen; der „sehr befähigte und gewissenhafte“ Beamte diente gleichfalls bis zur Auflösung der Kanzlei 89). Am 17. Juni 1917 wurde der Hilfskonzipist des ungarischen Ministeriums des Inneren Dr. Géza Ángyán von Vörösbe r é n y, der gleichzeitig vom Kriegsdienst enthoben wurde, der Kabinettskanzlei zugewiesen, in der er bis ans Ende diente 90). Mit 1. August 1918 wurde als letzter Ungar der Vizenotär, Honoraroberstuhlrichter in Szombathély Dr. Engert Miske-Gerstenberger der Kabinettskanzlei zur Dienstleistung zugewiesen. Mit 20. November 1918 wurde er wegen Auflösung der Kanzlei des Dienstes enthoben 91). Merkwürdig ist, daß niemals ein Südtiroler italienischer Zunge in der Kabinettskanzlei Dienst tat; die dieser Sprache Kundigen waren entweder Italiener aus Dalmatien, Serbokroaten oder Deutsche. 1850 wurden die ersten dieser Sprache mächtigen Beamten in die Kabinettskanzlei berufen; am 13. April der Offizial des Ministeriums des Äußeren Johann Freiherr Genotte-Merkenfeld, der bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand am 19. April 1880 diente *2), und am 21. April Offizier, Verkauf der Mühle, 1898 zum Pionierbataillon Nr. 14 nach Szegedin versetzt, 1899 österr. Staatsbürgerschaft, 1. 5. 1904 zur Probepraxis im Ministerium des Inneren zugelassen, 11. 4. 1908 Kanzlist, ausschließlich als ungar. Übersetzer tätig, 19. 7. 1913 auf unbestimmte Zeit zur Dienstleistung in die Kabinettskanzlei einberufen, 16. 7. 1914 Kabinettsregistratursoffizial, 9. 10.1918 Kabinettsregistrator ad personam, 30. 10. 1918 Titel u. Charakter Kabinettsoberregistrator, 31. 12. 1918 zeitlicher Ruhestand. (Direktionsakten 15/1913, 14/ 1914, 34, 41, 42/1918, Diensttabelle in Direktionsakten, Fasz. 17). 89) * 1887 Lőcse im Komitat Szepes, Rechtsstudien in Wien, Poszony und Budapest, hier Doktorat 16. 4. 1910, studierte außerdem ein Semester an Universität Montpellier, 6. 4. 1911 Ministerialvizekonzipist im ungar. Ministerium des Inneren und Sekretär beim Obergespan des Szepeser Komitats in Lőcse, seit 19. 11. 1914 der Kabinettskanzlei zur Dienstleistung zugeteilt, 20. 11. 1915 Kabinettskonzipist und Hofkonzipist 1. Kl., 30. 10. 1918 Titel u. Charakter Hofsekretär, 1. 12. 1918 zeitlicher Ruhestand. (Direktionsakten 20/1914, 2, 15/1915, 37, 41, 42/1918). 90) * 1. 4. 1890 Budapest, jur.-pol. Studien in Budapest, Berlin, Paris, Ferialkurse an den Universitäten Genf und Oxford, 20. 4. 1912 Konzeptspraktikant im ungar. Ministerratspräsidium, 16. 6. 1912 unbesoldeter Hilfskonzipist, nach Einjährig-Freiwilligen-Dienst im Dragonerregiment Nr. 3 vom 1. 10. 1912 bsi 30. 9. 1913 wieder Dienst im Ministerratspräsidium, Kriegsdienstleistung ab 29. 7. 1914 als Fähnrich beim Ulanenregiment Nr. 5, ab 1. 5. 1915 als Leutnant i. d. Res. beim Husarenregiment Nr. 5, 17. 5. 1917 der Kabinettskanzlei zur Dienstleistung zugewiesen, 27. 5. 1917 beeidet, 13. 5. 1918 Kabinettskonzipist und Hofkonzipist 1. Kl., 30. 10. 1918 Titel u. Charakter Hofsekretär, 1. 12. 1918 zeitlicher Ruhestand. (Direktionsakten 11/1917 in 8/1918, 1, 8, 41, 42/1918). 91) Direktionsakten 23, 47/1918. 9a) * 15. 9. 1810 als Sohn eines k. k. Botschaftsrates in Gibraltar, jur. pol. Studien, Aufnahmsprüfung für die Kabinettskanzlei für Ziffernwesen und