W. Wagner: Ergänzungsband 6. Die obersten Behörden der k.u.k. Kriegsmarine 1856-1918 (1961)

7. Die Marinesektion unter Pöck und Sterneck

7. Die Marinesektion unter Pöck und Sterneck. In den folgenden drei Dezennien nahm die Marinesektion in ihrer Organi­sation eine ziemlich ruhige Entwicklung, als deren wichtigstes Ereignis die Schaffung der Operationskanzlei im Jahre 1885 zu betrachten ist. Auch in diesem Punkt handelt es sich jedoch um keine grundsätzliche Änderung, sondern nur um einen Ausbau des von Tegetthoff geschaffenen Systems zu­folge Anwachsens der Geschäfte. Die Verlegung der obersten marineärztlichen Direktion nach Pola und die damit verbundene Auflösung der 2. Abteilung.!) sowie die noch unter Tegetthoff erfolgte Begründung der permanenten Artillerie-Kommission für technisch- wissenschaftliche Fragen 2), die einen Teil der Agenden der 5. Abteilung über­nahm, veranlaßten den neuen Chef der Marinesektion Vizeadmiral Pöck, die Neufassung des Statuts der Marinesektion anzuregen. Nach eingehenden Beratungen legte er am 27. August 1872 dem Kaiser einen Entwurf vor3). Die grundsätzliche Dreiteilung in Personalsachen, technische Angelegenheiten und Rechnungswesen blieb danach bestehen, doch sollte als Ersatz für die aufgelöste 2. (Sanitäts) Abteilung eine neue für Per­sonalia der Mannschaften eingerichtet, ferner die 5. Abteilung für Artillerie, die ja durch die Artillerie-Kommission entlastet war, in Form eines Referates der 4. zugeteilt und die Nummerierung der folgenden Abteilungen entsprechend geändert werden. Gleichzeitig beantragte Pöck, die Zentralkanzlei in Analogie zum Reichs-Kriegsministerium in Präsidialkanzlei umzuhenennen, zumal der seinerzeit dagegen vorgebrachte Einwand, nämlich das Bestehen einer Präsi­dialkanzlei beim Marinekommando, weggefallen sei 4). Die neue Gliederung ist demnach: Präsidialkanzlei mit dem bisherigen Wirkungskreis der Zentralkanzlei Geschäftsgruppe I Abteilung 1 für Personal- und Standesangelegenheiten der Offiziere, Beamten, des technischen Hilfspersonales und der Marinediener. Abteilung 2 für Personal-, Standes- und Evidenzangelegenheiten der Mannschaften und die Führung der Kanzleidirektion. Abteilung 3 für die administrativen Geschäfte der Gruppe. Geschäftsgruppe II Abteilung 4 für Schiffsbau, Aus-und Zurüstung, Maschinenwesen, Artil­lerie- und Waffenwesen. Abteilung 5 für Land- und Wasserbau. Abteilung 6 für die administrativen Geschäfte der Gruppe. Abteilung VII für die Marinejustizpflege. Abteilung VIII für Geldbeschaffung, Kassa-Gebarung, Kontrolle, Ver­buchung und das Rechnungswesen überhaupt.

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