W. Wagner: Ergänzungsband 6. Die obersten Behörden der k.u.k. Kriegsmarine 1856-1918 (1961)

3. Der Krieg von 1859 und seine organisatorischen Auswirkungen

17 Marinetruppeninspektor tritt in die Stellung eines Brigadiers. Das Marine­oberkommando folgt jeweils dem Amtssitz des Erzherzogs4). Es erhielt am 25. März Befehl, unter Mitnahme der Protokolle, der allerhöchsten Entschlies- sungen, Präsidialien und Akten der letzten sechs Monate nach Monza zu über­siedeln, was am 29. geschah 5). Diese Anordnungen des Marineoberkommandanten, die mit Vortrag vom 24. März dem Kaiser vorgelegt wurden, waren so unklar, daß sich Franz Joseph noch den mündlichen Vortrag des Linienschiffskapitäns Breisach erbat und auch dieser nicht sicher war, ob er wirklich die Absichten des Erzherzogs richtig interpretiere. Deshalb schlug er vor, die Maßnahmen nur als Provisorium zu betrachten und erst auf Grund eines in angemessener Zeit zu erstattenden weiteren Vortrages definitiv zu genehmigen. In diesem Sinne erfolgte am 4. April die Entschließung6). Auch das Marinekommando kannte sich nicht genau aus und hielt eine Ratssitzung ab 7). Ferdinand Max entschloß sich daher, seine Verfügungen vom 9. April dahingehend zu erläutern, daß das Arsenal wieder einen integrierenden Be­standteil des Marinekommandos bilde, die Geschäfte des aufgelösten politi­schen Departements Q wie bisher verteilt bleiben, an die Stelle der Sektions­chefs die Referenten zu treten haben und statt des Departements Q in Anbe­tracht der seit 1848 beträchtlich gestiegenen Bedeutung der Technik in mög­lichster Übereinstimmung mit dem Statut für das technische Wesen ein eigenes technisches Referat unter Leitung eines Stabsoffiziers zu bilden sei, dem die bisherigen Abteilungsvorstände als Vorstände der Arsenalsdirektionen beigegeben werden. Die Geschäfte der 4. Abteilung der II. Sektion sollten an die Schiffsbau- und an die ökonomische Abteilung verteilt werden 8). Diese Neuregelung habe mit 1. Mai in Wirksamkeit zu treten. Im einzelnen ist nunmehr die Gliederung des Marinekommandos folgende: Departement P (Militär), Q (technisch), R (kommissariatisch), S (ökonomisch, Arsenal), J (Justiz). Die Abteilungen des technischen Referates sind: Q1 (Schiffs­bau), Q 2 (Artilleriewesen), Q 3 (Land- und Wasserbau), Q 4 (Maschinen­wesen) 9). Unklarheiten bestanden noch bezüglich des Sanitätsdienstes, für den der Marinekommandant ein Referat W notwendig erachtete, was jedoch mit kurzem Hinweis auf die Organisation vor 1848 abgetan wurde 10). Am 5. Mai erhielt das Marinekommando den Befehl, alle dienstlichen und maritimen Verfügungen betreffend die Eskadre in Spignon und den Dienst in Venedig vorher dem Oberkommandanten oder dessen Stellvertreter zur Kenntnis zu bringen, außer in ganz dringenden Fällen oder auf ausdrücklichen Befehl des Festungskommandanten u). Die Marinekanzlei, welche vom Kaiser wiederholt befragt wurde und daher den Erzherzog um bessere Informierung bat, verblieb zunächst in Wien bei dem in der Hofburg gebildeten Hauptquartier, folgte jedoch dann dem Haupt­quartier Franz Josephs nach Verona am 28. Mai. Ein Kriegskommissär ver­blieb in Wien, da sich in letzter Zeit die adminstrativen Agenden bezüglich Wagner, Die obersten Behörden. 2

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